Berlin - Kunden der Deutschen Bahn müssen sich auch am Dienstag auf zahlreiche Verspätungen und Zugausfälle vorbereiten. Die Gewerkschaft GDL setzte ihren Streik bei der Deutschen Bahn fort. Ähnlich wie am ersten Tag des Streiks rechnet die Bahn nach eigenen Angaben damit, das Angebot im Fernverkehr mit etwa 30 Prozent aufrecht erhalten zu können, im Regionalverkehr im Durchschnitt etwa 40 Prozent. „Auch am zweiten Tag werden wir unser stabiles Grundangebot bieten“, sagte eine DB-Sprecherin am Dienstagmorgen.

Reisende müssen sich wie am Montag auf zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Auch im Güterverkehr wird weiter gestreikt. Um 2 Uhr in der Nacht zu Mittwoch soll der Arbeitskampf beendet werden. Die Bahn geht davon aus, dass sich der Verkehr im Laufe dieses Tages wieder normalisieren wird.

Auch in Berlin und Brandenburg ist der Verkehr massiv beeinträchtigt. Wie der rbb berichtete, fallen bei der Berliner S-Bahn weiterhin die Linien S26, S42/42 (Ring), S45, S47 und S75 komplett aus. Bedient werden vor allem die S-Bahnen, die bis in die Randbezirke fahren – allerdings im 20-Minuten-Takt mit vereinzelt veränderten Haltestellen. Im Regionalverkehr fielen die Linien RB10/14, RB13, RB20, RB21, RB22, RB31, RB49, RB55 und RE/RB66 aus, genauso wie der Flughafenexpress FEX.

GDL fordert Corona-Prämie von 600 Euro

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) will mit dem Streik höhere Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten erzwingen. Es ist ihr zweiter Streik in dieser Tarifrunde. Anders als beim ersten Ausstand in der vorletzten Woche hatten Fahrgäste dieses mal mehr Zeit, sich vorzubereiten.

Die Bahn scheiterte am Sonntag mit dem Versuch, den Streik im Personenverkehr noch abzuwenden. Sie erklärte sich bereit, über eine Corona-Prämie für die Beschäftigten zu verhandeln. Die GDL sieht darin jedoch ein „Scheinangebot“ und weitet ihren Streik wie geplant aus. Die GDL hatte unter anderem eine Corona-Prämie von 600 Euro gefordert. Zu den Streitpunkten im Tarifkonflikt zählen auch die Erhöhung der Tabellenentgelte und die Laufzeit des Tarifvertrags. Gestritten wird auch über die Altersvorsorge.