London - Trotz Lockdowns und besorgniserregend hoher Corona-Infektionszahlen haben in London rund 400 Menschen zusammen eine Hochzeit gefeiert. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, stürmte sie die Feier in einer Schule der britischen Hauptstadt. Die Beamten fanden Hunderte Feiernde, von denen viele die Flucht ergriffen. Zur Tarnung der verbotenen Corona-Party seien die Fenster der Schule abgeklebt gewesen.

Wegen der Corona-Pandemie sind in England Hochzeitsfeiern derzeit nur in Ausnahmefällen erlaubt. Dazu sind höchstens sechs Menschen zugelassen. Marcus Barnett von der Londoner Polizei kritisierte, die Feier in der Schule sei „ein vollkommen unakzeptabler Gesetzesbruch“. Dem Veranstalter drohe nun eine Strafe von 10.000 Pfund (11.200 Euro). Fünf Mitgliedern der Hochzeitsgesellschaft wurde eine Strafe von 200 Pfund aufgebrummt.

Die Hochzeit fand den Angaben zufolge in der Yesodey-Hatorah-Schule in Stamford Hill statt. In dem Londoner Viertel leben viele ultraorthodoxe Juden. Die Schule erklärte, sie habe ihre Halle an Außenstehende vermietet und keine Kenntnis über die Hochzeitsfeier gehabt.

Großbritanniens Oberrabbiner Ephraim Mirvis erklärte im Onlinedienst Twitter, die verbotene Feier sei „eine schändliche Entweihung von allem, was uns wichtig ist“. Ein solches Verhalten werde „von der überwältigenden Mehrheit der jüdischen Gemeinde verabscheut“.

In Großbritannien gilt derzeit ein landesweiter Lockdown. Er war wegen eines rasanten Anstiegs der Corona-Neuinfektionen verhängt worden, die auf eine ansteckendere Variante des neuartigen Coronavirus zurückgeführt werden.

Regierung, Gesundheitsbehörden und Polizei beklagen jedoch, dass trotz der ernsten Lage immer noch die Regeln zu sozialer Distanz und der Einschränkung von Kontakten missachtet werden. So musste die Polizei bereits wegen illegaler Raves, Konzerten und Partys ausrücken. Innenministerin Priti Patel hob die Höchststrafe für Feiern mit mehr als 15 Menschen in Privathäusern auf 800 Pfund an.