Der Lonely Planet gilt für Traveller noch immer als der besten Reiseführer der Welt. Unter der Überschrift „Alles, was Sie vor Ihrer Reise nach Berlin wissen müssen“ sind auf der Internetseite des Verlages jetzt neue Tipps und Ratschläge für Hauptstadt-Touristen veröffentlicht worden. Ein eigener Punkt ist dabei die Nazi-Vergangenheit der Deutschen im Dritten Reich. Der Autor des Beitrages schreibt, das sei „ein Thema, das Sie vorsichtig ansprechen sollten“. Dann warnt er ganz deutlich: „Witze über Hitler oder die Nazis sind nicht tolerierbar.“

Zwar würden die Berliner „die Neugier der meisten Reisenden verstehen“ und seien „oft bereit, vorsichtig über die Vergangenheit zu sprechen“. Dennoch rät er Touristen: „Behandeln Sie das Thema mit Respekt und versuchen Sie, niemanden versehentlich zu beleidigen.“

Grundsätzlich seien die Berliner zwar „ein entspannter Haufen“, aber: „Manieren sind wichtig.“ Der Autor schreibt weiter: „Wenn man neue Leute kennenlernt, schüttelt man die Hand und sagt guten Morgen vor dem Mittag, guten Tag zwischen Mittag und 18 Uhr oder guten Abend nach 18 Uhr“.

1.Mai-Demos: „Nichts für schwache Nerven“

Ein eigener Unterpunkt in den Berlin-Empfehlungen sind die zahlreichen Demos in der Hauptstadt. So werde „protestieren“ als „eines der wichtigsten Rechte angesehen“, in der Regel herrsche bei Demos „eine positive Atmosphäre“. Weil in Berlin „viele junge, gut ausgebildete und liberale Menschen leben“, so der Autor weiter, gebe es „jede Woche irgendeine Art von Protest, der Maßnahmen zu so unterschiedlichen Themen wie Klimawandel, Menschenrechte und Europapolitik fordert“. Zwar würden „ die meisten Proteste friedlich und freundlich verlaufen“, könnten aber auch „überfüllt und intensiv sein, und in einigen Fällen können die Märsche gewalttätig werden“.

Vor allem am 1.Mai sei „die Teilnahme an den Demonstrationen nichts für schwache Nerven“. In dem Bericht heißt es weiter: „Was als freundliches Fest in den Bezirken Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder Kreuzberg beginnt, kann in Gewalt umschlagen, wenn es zu Zusammenstößen zwischen radikalen Gruppen und der Polizei kommt.“ Apropos Polizei: Die Hauptstadtbeamten bekommen vom Lonely Planet ein Lob. Sie sind „im Allgemeinen hilfsbereit und freundlich zu Touristen“.