Lützerath: Polizei macht sich „Bild von der Lage“ – besetztes Dorf kurz vor Räumung

Der Einsatz habe lediglich der Aufklärung gedient, teilte die Polizei mit. Klimaaktivisten sprechen von „sinnloser Eskalation“.  Die Räumung des besetzten Dorfes wird für Januar erwartet.

 Die Polizei Aachen hat sich am Montag ein Bild von der Lage in der Ortschaft Lützerath gemacht.
Die Polizei Aachen hat sich am Montag ein Bild von der Lage in der Ortschaft Lützerath gemacht.picture alliance/dpa/Federico Gambarini

 Die Polizei hat sich am Montag ein Bild von der Lage in der Erkelenzer Ortschaft Lützerath verschafft. Der Einsatz habe der Aufklärung gedient und stelle ausdrücklich nicht den Beginn der Räumung dar, teilte die Polizei mit.

Die Initiative Lützerath lebt! kritisierte den Einsatz zur Vorbereitung von Räumung und Abriss des Dorfes zum Braunkohleabbau unterdessen als „Machtdemonstration“. Die Polizei Aachen entgegnete, die Ortsbegehung sei unerlässlich, „um eine professionelle und angepasste Einsatzvorbereitung zu gewährleisten“. Die Bewohner der Ortschaft seien vorab informiert worden.

Die Räumung des Weilers am Rande des Braunkohletagebaus Garzweiler II wird für Januar erwartet. Lützerath ist eine zu Erkelenz gehörende Ortschaft im rheinischen Braunkohlerevier, die vom Energiekonzern RWE abgebaggert werden soll, um den Tagebau Garzweiler II zu erweitern. Lützerath wurde durch jahrelange juristische Auseinandersetzungen bekannt.

Seit rund zwei Jahren leben vor Ort Klimaaktivisten in einem Protestcamp. Mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Energiekonzern RWE hatte sich das Land Nordrhein-Westfalen Anfang Oktober auf Eckpunkte zur weiteren Braunkohleförderung verständigt. Danach soll der Kohleausstieg um acht Jahre von 2038 auf 2030 vorgezogen werden.

Lützerath allerdings soll noch zugunsten des Braunkohletagebaus abgerissen werden. Fünf bislang von der Umsiedlung bedrohte Dörfer im rheinischen Revier – Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich, Berverath – sollen hingegen erhalten bleiben.