Frankfurt/MainDie Fluggesellschaften Lufthansa und Swiss starten am kommenden Dienstag (24. November) die biometrische Gesichtserkennung von Passagieren. An den Flughäfen Frankfurt und München brauchen registrierte Programmteilnehmer an den Zugängen zur Passagierkontrolle und zum Flugsteig nur noch in ein Kameraauge schauen, um Zugang zu erhalten. Dabei könnten sie sogar ihren Mund-Nasenschutz anbehalten, wie der Lufthansa-Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Es handelt sich um die erste Anwendung des neu entwickelten Systems Star Alliance Biometrics, das in dem gesamten Airline-Bündnis genutzt werden könne. Mit dem hoheitlichen EasyPass-System zur Grenzkontrolle ist das neue System aber nicht verbunden. Lufthansa-Vorstandsmitglied Christina Foerster betonte die hygienischen Vorteile der neuen Identifizierungsmethode: „Gerade während der Pandemie sind solche berührungslosen Abläufe am Flughafen ein großer Pluspunkt.“

Auch Dubai nutzt Gesichtserkennung

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport kündigte an, die Gesichtserkennung auf weitere Prozessstellen wie beispielsweise die Gepäckabgabe ausweiten zu wollen. Laut Lufthansa werden zunächst drei Flugsteige in Frankfurt und zwei in München mit der neuen Technik ausgerüstet. An dem Programm teilnehmen können Mitglieder des Vielflieger-Programms Miles & More, die sich zuvor registrieren lassen.

Dubai führt ebenfalls ein System zur Gesichtserkennung ein. Es soll für den öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden. Beamte des Golfstaats sagten, das System diene der öffentlichen Sicherheit in Vorbereitung auf die Weltausstellung Expo 2021. Die Technologie basiert auf künstlicher Intelligenz, die Gesichtsformen aufnimmt, speichert und Personen automatisch zuordnet.

System soll bei Expo genutzt werden

„Dieses System hat seine Wirksamkeit bei der Identifizierung verdächtiger oder gesuchter Personen unter Beweis gestellt“, sagte Admiral Obeid al-Hathbur, Direktor der Verkehrssicherheitsbehörde (TSD). „Unser Ziel ist es, für alle Transportmittel ein hohes Sicherheitsniveau zu gewährleisten“, so der Admiral. Die Behörde führte vor einigen Tagen im Hauptquartier der Polizei in Dubai vor, wie Spezialeinheiten mit Hilfe des Systems Angreifer identifizieren und fassen können.

Die Einheit soll vor allem in der großen U-Bahn-Station der Expo eingesetzt werden. „Früher dauerte es mindestens fünf Stunden, um einen Verdächtigen zu identifizieren“, sagte Dschamal Achmed Rasched, der das Projekt leitet.