Sechs Monate nach dem Start der Ampelkoalition im Bund hat sich die Klimaaktivistin Luisa Neubauer enttäuscht von den Grünen gezeigt. „Wenn es jemals die Illusion gab, dass sich das mit dem Klima schon klärt, sobald die Richtigen regieren – dann liegt sie jetzt in Scherben“, schrieb Neubauer, die selbst Grünen-Mitglied ist, in einem am Mittwoch veröffentlichten Gastbeitrag für die Wochenzeitung Die Zeit.

Mit Blick auf den Ukraine-Krieg kritisierte die „Fridays for Future“-Aktivistin: „Erstmals erleben wir die lang ersehnte Geschwindigkeit in der Politik, bloß nicht für die Klimawende, sondern für immer mehr fossile Entscheidungen“, schrieb Neubauer. „Sollte uns das überraschen, nur weil die Grünen mitregieren? Auch nicht! Die werden so hart für jedes Gramm an Idealen gefeiert, das sie über Bord werfen, da wird sich absehbar keine neue Öko-Opposition herausbilden.“

Auch von der Regierungspartei SPD zeigt sich die Klimaaktivistin enttäuscht: „Wo sind eigentlich die 49 Jusos im Bundestag, die doch irgendwann noch mal Revolution in der SPD machen wollten?“, schrieb Neubauer. „Fossile Energien befeuern Krieg und rauben Lebensgrundlagen, für eine radikale Energiewende muss man gar kein Öko mehr sein, es reicht schon, Frieden und Freiheit ganz gut zu finden.“