Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP den russischen Krieg in der Ukraine teilweise verteidigt. Er sagte aber auch, er hätte nicht gedacht, dass der Konflikt sich zehn Wochen lang hinziehen werde. Lukaschenko sprach sich gegen den Einsatz von Atomwaffen aus, sagte aber nicht, ob Putin welche habe.

Lukaschenko gab außerdem zu, dass Russland den Angriff von belarussischem Boden aus gestartet habe, weil Kiew Russland „provoziert“ habe. Er sei in den Konflikt mit der Ukraine nicht involviert genug, um zu sagen, ob der Krieg nach Plan verlaufe. Alexander Lukaschenko weiter: „Ich möchte noch einmal betonen: Ich habe das Gefühl, dass sich diese Operation hingezogen hat.“

Alexander Lukaschenko: „Wir akzeptieren keinen Krieg“

Der belarussische Machthaber, dessen Land von Russland viel Unterstützung erhält, wird für seine Nähe zu Wladimir Putin scharf kritisiert. Im Interview betonte Lukaschenko aber, dass Belarus sich für Frieden und Ende des Krieges einsetzt. Lukaschenko nutzte dabei explizit den Begriff Krieg, ein Wort, das in Russland nicht verwendet werden darf. „Wir akzeptieren kategorisch keinen Krieg. Wir haben und tun jetzt alles, damit es keinen Krieg gibt. Das heißt, die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland haben begonnen“, so Lukaschenko.

Dennoch zeigt Lukaschenko auch in diesem Interview die Nähe zu Russland. Russland „kann diesen Krieg per Definition nicht verlieren“, sagte er und stellte fest, dass Belarus das einzige Land sei, das Moskau zur Seite stehe, während „bis zu 50 Staaten ihre Kräfte gebündelt haben“ auf der Seite der Ukraine. Lukaschenko nannte Putin seinen „großen Bruder“ und sagte, der russische Führer habe keine „engeren, offeneren oder freundlicheren Beziehungen zu einem der Weltführer außer dem Präsidenten von Belarus“.