HeidenheimDer Bundesverband der Pneumologen (BdP) ist besorgt: Durch die Fokussierung auf Corona würden andere Krankheitsbilder vernachlässigt, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Zwar stünden Lungenärzte an vorderster Front bei der Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Sars-CoV-2-Infektionen. Aber sie würden zugleich auch eine Zurückhaltung vieler Patienten feststellen, ihren Lungenfacharzt wegen anderer Erkrankungen aufzusuchen.

Dies habe bereits zu einem Rückgang der Versorgung von Patienten mit Lungenkrebs in den Praxen und in den Kliniken geführt, so der BdP laut Pressemitteilung. Da diese schwerwiegenden Erkrankungen auch in Zeiten einer Pandemie nicht von allein verschwinden würden, bestehe ohne Therapie die Gefahr der Verschleppung mit womöglich tödlichen Verläufen.

„Wir als Pneumologen warnen deshalb davor, nur mehr die Covid-Symptome zu thematisieren. Die Pneumologen stehen - wie auch in der Vergangenheit - bereit, ihrem Versorgungsauftrag für alle Patienten mit Lungen- und Bronchialerkrankungen gerecht zu werden“, heißt es in der Mitteilung. Die Differentialdiagnostik akuter Lungenerkrankungen und auch die Betreuung von chronisch Lungenkranken als besonders gefährdeter Risikogruppe sei entscheidend - „nicht zuletzt auch, um die Krankenhausstrukturen zu entlasten“.

Die vergangenen Monate hätten bewiesen, dass Praxen keine besondere Gefahr für die Verbreitung des Virus darstellen: „Durchdachte Hygienekonzepte und regelmäßige Testungen der Mitarbeiter sind selbstverständlich. Es darf nicht sein, dass durch Angst vor Corona die Menschen andere schwere Erkrankungen verschleppen“, so der Vorsitzende des BdP, Dr. Frank Heimann.