Genf - Auf Madagaskar sind nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) im Süden der Insel mehr als eine Million Menschen von der schlimmsten Dürre seit 40 Jahren betroffen. Zahlreiche Kinder seien chronisch unterernährt und müssten ärztlich behandelt werden, berichtete die Organisation am Freitag in Genf. In dem Inselstaat vor der Ostküste Afrikas drohe sich die Lage noch zu verschärfen. Das Welternährungsprogramm rief deshalb zu Spenden auf.

1,35 Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfen angewiesen

Als Auslöser der Hungersnot nannte das WFP unter anderem mehrere Dürrejahre in Folge und Sandstürme, die viele Felder unbestellbar gemacht hätten. Auch in diesem Jahr habe es bislang wenig geregnet. Die Regierung erwarte im Süden nur 40 Prozent der durchschnittlichen Ernte der vergangenen fünf Jahre. Die Situation sei seit September 2020 kritisch, so das WFP. Auch die Aussichten für die Ernte in diesem Jahr seien schlecht, da es zu wenig regnete. Man rechne mit einem kompletten Ausfall der Ernte. Durch Waldrodungen und Sandstürme hätten sich mehrere Gebiete auf der Insel in Brachland verwandelt.

Auf der Insel leiden schon 16,5 Prozent der Kinder unter fünf Jahren unter akuter Mangelernährung. Diese Zahl war vor vier Monaten noch halb so hoch. Rund 1,35 Millionen Menschen in Madagaskar sind nach Angaben des WFP auf Lebensmittelhilfen angewiesen, um zu überleben. Madagaskar war einst französische Kolonie. Er ist 1,6-mal so groß wie Deutschland und hat etwa 28 Millionen Einwohner.