Einsatzkräfte der Polizei an einem Container, in dem gefundene und ausgegrabene Gegenstände im Fall Maddie McCann gesammelt werden.
Foto: AFP/Hauke-Christian Dittrich 

HannoverDie Suchmaßnahmen der Polizei auf dem Areal einer Laubenpieperkolonie in Hannover sind vorerst beendet worden. Einsatzkräfte von Bundeskriminalamt und der lokalen Polizeibehörden hatten das Grundstück am Rande der niedersächsischen Hauptstadt zwei Tage lang durchsucht. Dabei kamen auch Hunde, ein Bagger, eine Mini-Raupe und eine Drohne zum Einsatz. Im Rahmen der Suchaktion entdeckten die Polizisten unter einer Bodenplatte einen Kellerraum. 

Weitere Details dazu nannten weder Polizei noch die in dem Fall federführende Staatsanwaltschaft Braunschweig. Nach Angaben der Bild-Zeitung soll der jetzt gefundene Keller bereits vor Jahrzehnten von einem früheren Pächter gebaut worden sein. Am Mittwochabend sagte ein Polizist vor Ort nach Angaben der dpa lediglich, die Aktion sei beendet. Auch die während der Grabungen aufgebauten Sichtschutzwände wurden wieder entfernt.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte zu Beginn des Einsatzes lediglich bestätigt, dass die Grabungen im Zusammenhang mit den Mordermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen stehen.

Der Mann soll die dreijährige Britin Maddie McCann 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve entführt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind tot ist. Nach Madeleines Verschwinden lebte der wegen anderer Vergehen in Haft sitzende Verdächtige in Hannover. Medienberichten zufolge wohnte der Mann in einem Kleinbus und arbeitete in einer Werkstatt in der Nähe des jetzt durchsuchten Kleingartens. 

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist für den Fall zuständig, weil der Beschuldigte in der Stadt seinen letzten deutschen Wohnsitz hatte. Dort besaß er nach offiziellen Angaben von Oktober 2013 bis April 2016 einen eigenen Kleingarten. „Eigentlich war er unauffällig, er war immer freundlich und hat seine Gartenarbeit gemacht“, sagte der Vorsitzende des Gartenvereins Kennelblick, Jürgen Krumstroh, der dpa am Mittwoch.

„Ich war geschockt, als ich bei der neuen Fahndung nach Maddie im Frühjahr auf einmal sein Bild gesehen habe.“ Seltsam sei allerdings sein Abschied aus der Gartenkolonie gewesen. „Er hat mir nachmittags die Kündigung gebracht, ist in seinen vollgepackten, randvollen Kleinwagen gestiegen. Und danach habe ich nie wieder was von ihm gehört“.

Schon früher war die Polizei auf einem anderen Grundstück des Mannes fündig geworden. Nach Medienberichten hatten Fahnder Anfang 2016 auf dem Gelände einer alten Kistenfabrik bei Magdeburg, die dem mehrfach verurteilten Sexualstraftäter gehörte, in einer Grube Speichermedien mit Missbrauchsbildern von Kindern entdeckt.