Rosenheim - Familienangehörige von Siegfried Fischbacher haben am Freitagvormittag im bayerischen Rosenheim Abschied von dem berühmten Magier genommen. In seinem Geburtsort war ab 10 Uhr eine Trauerfeier geplant, wie seine Schwester Dolore der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Es ist eine familiäre und ganz kleine Versammlung wegen der Pandemie – und wir wollen das in aller Ruhe.“ Die Beisetzung wird nicht in Rosenheim stattfinden, sondern in Amerika. Es handle sich bei der Trauerfeier in Rosenheim um einen „Seelengottesdienst“, wie sie sagte.

Nach Informationen der Bild-Zeitung fand die Feier in der Kirche statt, in der Fischbacher einst getauft wurde. Vor dem Altar waren ein Trauergesteck aus weißen Blumen sowie ein Foto aufgestellt, das den Magier zeigt. Der weltberühmte Magier, der mit seinem langjährigen Partner Roy Horn als „Siegfried & Roy“ mit weißen Tigern Showgeschichte schrieb, war am 13. Januar im Alter von 81 Jahren in Las Vegas an Krebs gestorben.

Seine Schwester gehört als Ordensfrau einem bayerischen Kloster an. Sie organisiert die Trauerfeier nach Informationen der Bild-Zeitung gemeinsam mit einem weiteren Bruder. Roy Horn war rund acht Monate vor Fischbacher im Alter von 75 Jahren gestorben.

Siegfried und Roy hatten sich Ende der 50er-Jahre an Bord eines Kreuzfahrtschiffs kennengelernt. Ende der 60er-Jahre gaben sie in Las Vegas ihr Showdebüt. Ab 1990 gehörten sie zum festen Programm des berühmten Hotels Mirage in Las Vegas. Um seinem Vater zu imponieren, der traumatisiert aus dem Krieg zurückkam, begann Fischbacher im Alter von acht Jahren mit magischen Kunststücken. Nach der Schulzeit erlernte er den Beruf des Webers, später kellnerte er am Gardasee. 

Die Welt entdeckte er, als er als Steward auf dem Passagierschiff „Bremen“ anheuerte, wo er recht schnell als Unterhaltungskünstler die Passagiere mit Zaubertricks begeisterte.