Lilongwe - Malawi soll knapp 20.000 abgelaufene Corona-Impfstoffdosen des Herstellers Astrazeneca zerstört haben. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Das Land im südlichen Afrika habe 102.000 Dosen des Impfstoffs von der Beschaffungskommission der Afrikanischen Union (Avatt) erhalten, sagte Gesundheitsministerin Khumbize Chiponda der Deutschen Presse-Agentur. Davon seien 19.610 Dosen abgelaufen, bevor sie verabreicht werden konnten, so Chiponda.

Malawi, ein von Armut betroffenes Land mit knapp 20 Millionen Einwohnern, hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums insgesamt rund 335.000 Dosen des Astrazeneca Präparats verabreicht. Das Land hat mehr als 34.000 Corona-Fälle gemeldet, von denen 1153 Patienten verstorben sind. Angestrebt ist die Impfung von elf Millionen Menschen oder 60 Prozent der Bevölkerung bis zum Jahresende, hieß es. 

Propaganda gegen Astrazeneca sorgt für Bedenken 

Malawi erhielt bislang drei Lieferungen des Astrazeneca-Impfstoffs: 300.000 Dosen im Rahmen der Impfinitiative Covax, 50.000 von Indien und 102.000 von der Afrikanischen Union. Die Lieferung der Afrikanischen Union habe nur eine Haltbarkeit von zwei Wochen gehabt, und „leider konnten wir in diesen zwei Wochen nicht alles verbrauchen, vor allem wegen der Propaganda gegen den Impfstoff von Astrazeneca“, so die Gesundheitsministerin.

Es sei versucht worden, die Menschen zu überzeugen, aber schließlich seien knapp 20.000 unbrauchbare Dosen übrig geblieben. „Wir wollen keinen Impfstoff verlieren, weil wir viele Menschen zu impfen haben, aber wir müssen alle abgelaufenen Medikamente aus dem System nehmen“, fügte sie hinzu. Die abgelaufenen Dosen wurden im Krankenhaus verbrannt.