Sechs Deutsche sind bei einer Wanderung auf Mallorca in eine gefährliche Notlage geraten und von Feuerwehr und Polizei gerettet worden. Die Rettungsaktion in einer Schlucht im Nordwesten der spanischen Urlaubsinsel habe in der Nacht auf Dienstag mehr als vier Stunden gedauert, berichtete die Regionalzeitung Diario de Mallorca unter Berufung auf die Behörden. Die Polizeieinheit Guardia Civil (Zivilgarde) bestätigte auf Anfrage den Bericht.

Neben den Deutschen, drei Männern und drei Frauen im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, wurden in der Schlucht des nicht ständig wasserführenden Sturzbaches Torrent de Pareis den Angaben zufolge sechs weitere Wanderer gerettet, deren Nationalitäten allerdings vorerst nicht bekannt wurden. Die Wanderer seien nicht in der Lage gewesen, überschwemmte Abschnitte zu passieren, weil sie nicht die entsprechende Ausrüstung gehabt hätten, hieß es. Sie seien deshalb mitten in der Nacht in der Schlucht „gefangen“ gewesen.

Rettung per Schlauchboot

Die Feuerwehr sei am Montagabend gegen 21 Uhr informiert worden, dass die sechs Deutschen in Notlage geraten seien. Bei der Bergung dieser Wanderer mit Hilfe eines Schlauchbootes seien die Retter der Feuerwehr und der Guardia Civil auf ihrem Weg schluchtabwärts völlig unerwartet auf weitere Ausflügler gestoßen, die ebenfalls in Schwierigkeiten gewesen seien. Kurz nach 2 Uhr morgens hätten alle wohlbehalten die Mündung des Sturzbaches ins Mittelmeer an der Cala de Sa Calobra erreicht. Ob die deutschen Wanderer Touristen oder auf der Insel ansässig sind, wurde zunächst nicht bekannt.

Der circa 3,3 Kilometer lange Torrent de Pareis mit einem Höhenunterschied von 180 Metern befindet sich in den Bergen der Serra da Tramuntana, die mit dem höchsten Berg Mallorcas, dem Puig Major (1445 Meter) vor allem im Frühjahr eine beliebte Wanderregion ist.