Berlin - Nach der Entscheidung des Robert-Koch-Instituts (RKI), Mallorca und weitere Gebiete Spaniens von der Liste der Corona-Risikogebiete zu nehmen, waren die Flüge innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Zwar wurden zusätzliche Flüge angekündigt. Wie viele weitere Flüge aber tatsächlich angeboten werden, ist noch unklar. Allerdings ist die Balearen-Insel Mallorca nicht die einzige Möglichkeit für einen spontanen Urlaub über Ostern. 

Keine Risikogebiete sind neben Mallorca, Ibiza und Menorca auch Teile Spaniens wie etwa Valencia und die umliegende Region. Auch mehrere Regionen Portugals sowie die zu Portugal gehörenden Azoren können ohne anschließende Quarantäne besucht werden. In Dänemark ist die Urlaubsregion Nordjylland an der Nordspitze des Landes offen. Zudem ist es erlaubt, mit dem eigenen Auto von Flensburg durch bestehende dänische Risikogebiete zu fahren, ohne im Nachgang in Quarantäne zu müssen.

Zwar darf man auch in andere Länder wie Frankreich, Holland oder die Schweiz fahren. Weil diese Länder aber nach wie vor als Risikogebiete eingestuft werden, ist nach der Rückkehr Quarantäne vorgeschrieben. Diese kann frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen PCR-Test vorzeitig beendet werden.

Verstärkte Tests statt Quarantänepflicht für Reiserückkehrer

In Deutschland sind aufgrund der bestehenden Corona-Verordnungen letztlich nur Familienbesuche möglich. In Niedersachsen und Brandenburg ist der sogenannte Tagestourismus derzeit zwar nicht verboten, Hotels und Ferienwohnungen müssen für touristische Übernachtungen aber weiterhin geschlossen bleiben. In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind Tagesausflüge zudem ausdrücklich verboten.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, plädiert unterdessen dafür, Urlaubsreisen auch in Deutschland wieder zu ermöglichen. „Für mich wäre es schwer vorstellbar, dass auf Mallorca Urlaub möglich ist, aber im Schwarzwald Hotels noch geschlossen bleiben. Das wäre eine ganz bittere Botschaft“, sagte der CDU-Politiker. Sympathien zeigte zudem Bareiß für die Forderung der Reiseveranstalter, die Quarantänepflicht für Rückkehrer aus dem Ausland ganz aufzuheben und stattdessen auf verstärkte Tests zu setzen. Ein solches Vorgehen ziele „in die richtige Richtung“, so Bareiß.

Bundesregierung und Karl Lauterbach rufen zu Verzicht auf Reisen auf

Die Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel hält hingegen wenig von der Reiselust der Deutschen. Auf der Bundespressekonferenz sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, es gelte weiterhin „der Appell“, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Der SPD-Politiker Karl Lauterbach rief die Bevölkerung dazu auf, an Ostern auf Reisen und Urlaube zu verzichten. „Reisen sollten an Ostern möglichst nicht unternommen werden, erst recht keine Flugreisen“, sagte Lauterbach.