Ein Ukrainer ist am Sonntagnachmittag auf Mallorca festgenommen worden. Er soll im vornehmen Hafen Port Adriano versucht haben, die Yacht eines russischen Millionärs zu versenken. Das melden spanische Medien unter Berufung auf die örtliche Polizei. Der Tageszeitung El País liegt nach eigenen Angaben das Geständnis des 55-jährigen Maschinenwarts vor. Nach Informationen der Diario de Mallorca ist der Mann als Maschinenwart auf der 47-Meter-Yacht „Lady Anastasia“ angestellt.

Laut Polizeiangaben sei er am Samstagmorgen in „aufgebrachtem Gemütszustand“ auf die Yacht gekommen. Er habe andere Angestellte aufgefordert, das Schiff zu verlassen, er wolle es nun versenken. Dann habe er versucht, den Maschinenraum zu fluten. Hierzu öffnete er mehrere Ventile. Den anderen Personen an Bord sei es aber gelungen, diese wieder zu schließen.

Der Täter wurde wenig später festgenommen und am Sonntagmorgen dem Haftrichter in Palma de Mallorca vorgeführt. Unter Auflagen wurde er wieder freigelassen. Die Ermittler der Guardia Civil bemühen sich nun, den exakten Tathergang und den Schaden zu ermitteln. Der Maschinenraum konnte zunächst nicht untersucht werden, er steht unter Wasser.

Bei der Tat soll es sich um eine Art Racheakt handeln. Der Mann soll kurz vor der Tat erfahren haben, dass sein Haus in der Ukraine durch einen russischen Angriff zerstört wurde. Bei dem Besitzer der Yacht soll es sich unbestätigten Berichten zufolge um einen russischen Waffenproduzenten handeln. Laut El País soll der festgenommene Ukrainer in seiner Vernehmung gesagt haben: „Er ist ein Krimineller, der sein Geld mit dem Verkauf von Waffen verdient, mit denen jetzt Ukrainer getötet werden.“