BerlinDie Diskussion um weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie geht weiter.  Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bildungsministerin Stefanie Hubig (beide SPD) sprechen sich gegen flächendeckende Schulschließungen aus. „Ich halte es für falsch, jetzt grundsätzlich Schulschließungen zu fordern“, sagte Dreyer der dpa. 

Seit Ende der Sommerferien untersuche das Landesuntersuchungsamt (LUA) auf Basis der Meldungen der Gesundheitsämter in einer „Secondary Attack Rate in Schools Surveillance“, wie hoch die Ansteckungsgefahr in Schulen ist. „Das Ergebnis: Sehr gering“, so Dreyer und Hubig.

Auch der Chef der Jungen Union (JU), Tilman Kuban, plädiert für das Offenhalten der Schulen in der Corona-Krise. „Es ist richtig, für das Offenhalten der Schulen zu kämpfen“, sagte der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation von CDU und CSU den Partner-Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft (Montag). „Wir müssen sehr genau darauf achten, dass auch Kinder aus nicht ganz so gut situierten Familien eine Chance haben, und die leiden häufig am meisten unter Schließungen“.

Kuban forderte zudem mehr Anerkennung für das Verhalten der Jugend in der Pandemie. „Die junge Generation verhält sich dabei in der großen Mehrheit sehr vernünftig. Ich hoffe, dass dieser Beitrag von der älteren Generation gewürdigt wird.“ Die Jüngeren würden durch ihren Verzicht viel zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.

Der Bund will die Kontaktbeschränkungen schon vor Ablauf des Teil-Lockdowns im November drastisch verschärfen, die Schulen sollen aber grundsätzlich weiter offen gehalten werden. Das geht aus dem Entwurf der Beschlussvorlage des Bundes für die Video-Konferenz von Merkel mit den Ministerpräsidenten am Nachmittag hervor, der der dpa vorliegt.