Viele Langzeiterkrankte berichten von Atemnot.
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ParisFieber, Husten, Kopfschmerzen, Atemnot: Das sind die typischen Symptome einer Covid-19-Erkrankung. Doch auch wenn die Patienten die akute Infektion nach zwei bis drei Wochen überstanden haben, leiden manche noch wochen- oder monatelang an verschiedenen Symptomen, wie aus einer Studie hervorgeht.

Laut einer Untersuchung an 143 Patienten, die in Italien im Krankenhaus behandelt wurden, litten 87 Prozent von ihnen 60 Tage nach Krankheitsbeginn noch an mindestens einem Symptom. Am häufigsten seien Erschöpfung und Atemnot, etwas seltener Gelenk- und Brustschmerzen, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift Jama Network veröffentlicht wurde.

Auch die US-Gesundheitsbehörde befragte 350 Menschen zwei bis drei Wochen nach dem positiven Corona-Test. Dabei gaben 60 Prozent der im Krankenhaus behandelten Patienten an, noch nicht gesund zu sein. Bei den Kranken, die sich zu Hause auskurierten, fühlte sich ein Drittel noch nicht gesund.

Viele leiden an einer lähmenden Müdigkeit

Die bisher umfassendste Studie zu Covid-19-Symptomen stammt von Tim Spector, Professor für genetische Epidemiologie am King’s College in London. Demnach erholen sich die meisten Menschen innerhalb von zwei Wochen von der Krankheit. Ein Zehntel allerdings hat nach drei Wochen noch immer Symptome wie Geruchsverlust, Kopf-, Hals- oder Brustschmerzen. Spector identifizierte 19 Krankheitssymptome. „Viele leiden an einer lähmenden Müdigkeit“, sagt er. Der Mediziner hält Covid-19 für „noch merkwürdiger“ als seltene Autoimmunerkrankungen wie etwa Lupus, die sich ebenfalls auf unterschiedlichste Weise äußern.

Noch ist unklar, ob das Virus selbst solche langwierigen Krankheitsverläufe verursacht oder ob es sich um eine überschießende Immunantwort des Körpers auf den Erreger handelt. Laut Spector sind bei einigen Langzeitpatienten noch immer Spuren des Virus nachweisbar. Ob sie auch noch ansteckend sind, ist aber unklar.