Mann erschießt Nachbar in Spandau: Es eskalierte wohl ein Streit ums Wohnrecht

Am Samstag soll ein 79-jähriger Senior seinen Nachbarn erschossen haben. Anschließend starb er aufgrund eines selbst gelegten Brandes. Nun gibt es neue Details.

Kriminaltechniker und Ermittler stehen auf dem Grundstück nahe der Heerstraße. Neben einem Bootsverleih wurde ein Mann erschossen. Der mutmaßliche Schütze starb bei einem Brand.
Kriminaltechniker und Ermittler stehen auf dem Grundstück nahe der Heerstraße. Neben einem Bootsverleih wurde ein Mann erschossen. Der mutmaßliche Schütze starb bei einem Brand.dpa/Paul Zinken

In Berlin-Spandau gipfelte offenbar ein wochenlanger Nachbarschaftsstreit in ein tödliches Verbrechen mit zwei Toten. Die beiden 38- und 79-jährigen Männer sollen sich laut Medienberichten gekannt haben. Am Samstag soll der ältere Mann den jüngeren erschossen haben. Kurz darauf kam der Senior bei einem selbst gelegten Brand auf dem Wassergrundstück an der Heerstraße in der Nähe der Freybrücke ums Leben. Neben dem Tatort befindet sich ein Bootsverleih direkt an der Havel.

Wie am Sonntag bekannt wurde, soll der Rentner mindestens fünfmal auf den Nachbarn geschossen haben, berichtet der Tagesspiegel. Der 38-Jährige, der demnächst Vater geworden wäre, sei an mehreren Schussverletzungen gestorben. Seine schwangere Ehefrau musste von Rettungskräften versorgt werden. Informationen des RBB zufolge soll der mutmaßliche Schütze dem werdenden Vater das Grundstück, auf dem beide gefunden wurden, vor einiger Zeit übertragen haben. Zuvor habe sich der 79-Jährige sich ein lebenslanges Wohnrecht zusichern lassen.

Drängte der 38-Jährige den Rentner zum Auszug?

Nachbarn schilderten dem Tagesspiegel, dass der jüngere den älteren Mann immer wieder drängte auszuziehen. Seit Monaten hätten beide im Streit gelegen. Ob ein Streit um das Wohnrecht tatsächlich das Motiv war, wollte die Polizei aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht kommentieren. Polizisten der 8. Mordkommission hätten aber zumindest Hinweise darauf, dass beide Männer schon länger nicht gut aufeinander zu sprechen waren.

Am Samstag um kurz nach 11 Uhr könnte der Streit dann eskaliert sein. Was der Auslöser war, sei bisher unklar. Anwohner alarmierten Polizei und Feuerwehr, nachdem sie Schüsse gehört hatten. Da nicht klar war, welche Gefahr von dem Schützen ausging, rückten schwere bewaffnete Beamte eines Spezialeinsatzkommandos an. Als die Einsatzkräfte eintrafen, brannte es auf dem Grundstück bereits. Für beide Männer kam jede Hilfe zu spät. Ihre Leichen kamen nach stundenlanger Spurensicherung in die Gerichtsmedizin, wo sie obduziert werden.