Axt-Attacke auf Berliner Gehweg: Angeklagter spricht von Notwehr

Ein 24-Jähriger attackierte in Tempelhof einen Mann mit einer Axt und schlug ihm fast die linke Hand ab. Vor Gericht kommen nun neue Details ans Licht.

In Berlin-Tempelhof wurde einem Mann im Dezember 2021 fast die Hand abgehackt. 
In Berlin-Tempelhof wurde einem Mann im Dezember 2021 fast die Hand abgehackt. Morris Pudwell

Ein 24-Jähriger, der einen Mann mit einer Axt attackiert und dabei fast dessen linke Hand abgeschlagen haben soll, hat sich vor dem Berliner Landgericht auf Notwehr berufen. Er habe die Axt eingesetzt, „um nicht fertiggemacht zu werden“, erklärte der Angeklagte zu Prozessbeginn am Montag. 

Der gleichaltrige Mann, mit dem er einst befreundet gewesen sei, habe ihn im Vorfeld bedroht, beleidigt und verprügelt. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Hand mit der Axt abgeschlagen: So erklärt der Angeklagte die Tat

Zu dem Geschehen war es am 16. Dezember 2021 in Berlin-Tempelhof gekommen. Gegen 12.50 Uhr habe der 24-Jährige seinen Bekannten auf der Straße mit einer Axt attackiert und in Tötungsabsicht in Richtung des Mannes geschlagen, heißt es in der Anklage. Als der Kontrahent die Hände zur Abwehr der Schläge gehoben habe, sei er am Handgelenk getroffen worden. Die linke Hand des Opfers sei nahezu abgetrennt worden.

Der Angeklagte erklärte weiter, er habe dem Bekannten die Axt zunächst „nur zur Abschreckung zeigen“ wollen. Der ihm körperlich überlegene Mann, der Geld von ihm gefordert habe, sei allerdings nicht beeindruckt gewesen und habe ihm gedroht. „Ich bin mir sicher, dass er angreifen wollte“, schilderte der 24-Jährige. Deshalb habe er einmal zugeschlagen, als sich der Mann auf ihn zubewegt habe. „Ich wollte nur, dass er weggeht.“ Weil es sich um ein „kleines und leichtes Beil“ handelte, habe er „schlimmstenfalls mit einer oberflächlichen Schnittverletzung gerechnet“.

Das Opfer verweigerte als erster Zeuge im Prozess eine Aussage zum Tatgeschehen – „weil ich mich selbst belasten könnte“, erklärte der ebenfalls 24-Jährige, der sich derzeit wegen anderer Vorwürfe in Untersuchungshaft befindet. Seiner Hand gehe es inzwischen wieder gut. Die Hand sei zu 75 Prozent abgetrennt gewesen, hieß es am Rande. Die Verhandlung wird am 29. September fortgesetzt.