Berlin - Einsatzkräfte der Feuerwehr sind während eines Rettungseinsatzes in Marzahn angegriffen und dabei mit Böllern beworfen worden. Das teilt die Freiwillige Feuerwehr Berlin-Marzahn mit. Nach Angaben der Helfer passierte der Vorfall in der Silvesternacht. 

Gegen 23 Uhr seien die Kameraden zu einer Reanimation unterwegs gewesen. Sie hätten Kollegen eines Rettungswagens und eines Notarzteinsatfahrzeuges dabei unterstützt, den „erfolgreich reanimierten Patienten zum Rettungswagen zu transportieren“. Auf dem Weg „mit dem Patienten zum Rettungswagen“ seien sie dann „von oben aus einer Wohnung mit Böllern beworfen“ worden. Glücklicherweise seien weder die Einsatzkräfte noch der Patient verletzt worden.

Nicht der einzige Angriff auf Retter zu Silvester. „Insgesamt wurden 5 Übergriffe, davon 4 unter Einsatz von Pyrotechnik, über das interne Meldesystem dokumentiert“, teilte die Feuerwehr mit. Zu den Übergriffen sagte Landesbranddirektor Karsten Homrighausen: „Wer seinen Dienst in das Wohl der Allgemeinheit stellt und Menschen in Not zu Hilfe eilt, den beschießt man nicht mit Böllern. Dieses Verhalten ist nicht zu rechtfertigen.“ 

In der rbb-Abendschau hatte der Chef der Berliner Feuerwehr  zudem das Ausmaß der Gewalt gegen Polizisten und Feuerwehrleute in der Silvesternacht beklagt. „Was ich dort beobachte, das entsetzt mich auch“, sagte Karsten Homrighausen. Und weiter: „Dass die Schwere dieser Angriffe immer weiter zunimmt, dass wir jetzt mit Schreckschusspistolen bedroht werden und auch teilweise beschossen werden.“

Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) sagte dazu, es gebe eine neue Dimension, „was die Schwelle der Gewalt angeht“. „Fahrer von Rettungswagen werden angegriffen und denen hält man dann eine Schreckschusspistole vor“. Auch Raketen würden auf Rettungswagen abgefeuert. Das sei eine „enorme Bedrohungssituation“.