Berlin - Der wegen Geschäften mit Corona-Masken in die Kritik geratene Politiker Nikolas Löbel ist auch aus der CDU ausgetreten. Das berichtete die Rhein-Neckar-Zeitung am Montag unter Berufung auf Parteikreise. Claudius Kranz, der Fraktionschef der CDU im Mannheimer Gemeinderat, sowie Löbels Wahlkreisbüro bestätigten der Deutschen Presse-Agentur den Parteiaustritt. Zuvor war er erst aus der CDU-Fraktion ausgetreten und hatte dann am Montag auch sein Mandat im Bundestag niedergelegt. Ursprünglich wollte er die Legislaturperiode zu Ende machen. Jetzt also das Komplett-Aus für den noch jungen Politiker.

„Ich habe dem Präsidenten des Deutschen Bundestages mitgeteilt, dass ich mein Mandat mit sofortiger Wirkung niederlege“, hatte die Bild-Zeitung den Politiker am Montagmorgen zitiert. Nikolas Löbel wird scharf kritisiert, weil er für die Vermittlung von Geschäften mit Corona-Schutzmasken Provisionen in sechsstelliger Höhe kassiert haben soll.

„Ich übernehme die Verantwortung für mein Handeln und ziehe die notwendigen politischen Konsequenzen“, hatte Löbel bereits am Sonntag gesagt. Der Unionspolitiker betonte, er habe die Ansprüche an seine Ämter mit seinem Handeln verletzt.

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans hat unterdessen eine Aufklärung aller Fälle gefordert, bei denen sich Abgeordnete möglicherweise unter Ausnutzung der Corona-Krise persönlich bereichert haben. „Man muss es aufklären. Man muss schauen: Wo kann das möglicherweise noch der Fall gewesen sein?“, sagte der CDU-Politiker am Montag vor dem Landtag in Saarbrücken. „Das muss jetzt alles auf den Tisch.“