Blutentnahmeröhrchen mit Blutproben für einen Corona-Antikörper-Test (Symbolbild).
Foto: dpa/Marijan Murat

WienEine Antikörperstudie der Danube Private University (DPU) Krems in der Marktgemeinde Weißenkirchen in Österreich hat ergeben, dass etwa zwölf Prozent der getesteten Menschen Antikörper gegen  Sars-CoV-2 entwickelt haben. Die in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz durchgeführte Studie soll Aufschluss darüber geben, wie hoch die Dunkelziffer von Corona-Erkrankten ist. „Das Ziel dieser Tests ist es, die weltweite Forschung zu unterstützen und die Durchseuchungsrate in der Bevölkerung festzustellen“, hatte die örtliche Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) bei einer Pressekonferenz zuvor mitgeteilt. Diese Erkenntnisse seien „wichtig für die Zukunft und den Kampf gegen das Coronavirus“.

Aus den mittlerweile vollständig vorliegenden Befunden lässt sich nach Angaben der Forscher abschätzen, dass jeder achte Bewohner mit dem Virus in Kontakt gekommen sein könnte. Diese Zahl läge damit bis zu zehnfach höher als die offiziell registrierten Covid-19-Fälle in Weißenkirchen (17 nachweislich Erkrankte auf 1393 Einwohner mit Hauptwohnsitz). 

Prof. Dr. Ralf Braun, einer der beiden Leiter der Studie, teilte am Mittwoch mit: „Die meisten Infizierten bemerkten gar nicht, dass sie infiziert waren. Die Auswertungen der Daten liegen zwar noch nicht vollständig vor, wir denken aber, dass wir diesbezüglich auf vergleichbare Werte wie im Rahmen der Ischgl-Studie kommen werden.“ Interessanterweise gebe es umgekehrt „viele Personen, die sich sehr sicher waren, dass sie infiziert waren, bei denen aber keine Antikörper nachgewiesen werden konnten“.

Der Initiator der Studie, Direktor Robert Wagner, teilte zudem mit: „Tatsächlich scheinen auch Personen mit der Blutgruppe A überrepräsentiert zu sein.“ Die Studie kommt damit zum selben Ergebnis wie ein internationales Forscherteam aus Deutschland und Norwegen.

Dieses hatte laut dem Magazin New England Journal of Medicine kürzlich berichtet, Menschen mit Blutgruppe A hätten ein um knapp 50 Prozent höheres Risiko für einen schweren Infektionsverlauf als Menschen mit anderen Blutgruppen. In Deutschland haben 43 Prozent aller Einwohner Blutgruppe A.