Cape Canaveral - Nach dem verstorbenen Raumfahrtpionier Sigmund Jähn waren bislang zehn weitere Deutsche im All. Als zwölfter trat in der Nacht zum Donnerstag der Saarländer Matthias Maurer seine Mission „Cosmic Kiss“ an. Ein Überblick über deutsche Astronauten im Weltraum:

Sigmund Jähn steht am Anfang der Reihe deutscher Raumfahrer. Der DDR-Kosmonaut flog 1978 mit dem Raumschiff „Sojus 31“ zur sowjetischen Orbitalstation „Saljut 6“.

Ulf Merbold war im November 1983 der erste Ausländer überhaupt, der an Bord der Raumfähre „Columbia“ und damit mit einem US-amerikanischen Space Shuttle ins All startete. 1992 und 1994 absolvierte Merbold zwei weitere Raumflüge.

Ernst Messerschmid und Reinhard Furrer starteten im Oktober 1985 mit dem Space Shuttle „Challenger“ ins Weltall.

Klaus-Dietrich Flade flog am 17. März 1992 zur damaligen russischen Raumstation Mir.

Hans Schlegl und Ulrich Walter flogen im April 1993 im Rahmen der zweiten deutschen Spacelab-Mission (D2) in den Weltraum. Schlegel war im Februar 2008 ein zweites Mal im All – damals brachte er das europäische Forschungsmodul „Columbus“ an der Internationalen Raumstation ISS an.

Thomas Reiter absolvierte 1996 und 2006 zwei Langzeitmissionen auf der Mir und auf der ISS.

Reinhold Ewald verbrachte 1997 insgesamt 18 Tage auf der Mir.

Gerhard Thiele flog im Februar 2000 mit dem Space Shuttle „Endeavour“ in den Weltraum.

„Astro-Alex“ war erstmals länger auf der ISS

Alexander Gerst startete erstmals 2014 zu einem Langzeitaufenthalt auf der ISS. Bei seiner im Dezember beendeten zweiten Mission führte der als „Astro-Alex“ bekannt gewordene 45-Jährige zeitweise das Kommando auf der Raumstation – als erster deutscher und zweiter europäischer Astronaut nach dem Belgier Frank de Winne.

Matthias Maurer ist nach Alexander Gerst der zweite Deutsche im Europäischen Astronautenkorps und der erste deutsche Astronaut, der an Bord einer SpaceX-Raumkapsel zur ISS fliegt. Der 51-jährige Saarländer wird ein halbes Jahr lang an Bord der Raumstation leben und arbeiten.

Übrigens startete nicht jeder, der ins Astronautenkorps der Europäer aufgenommen wurde, tatsächlich in den Weltraum: Eberhard Köllner, Renate Brümmer und Heike Walpot blieben in ihrer aktiven Zeit als Ersatzastronauten am Boden.