Schwerin/Dresden - Änderung der Impftaktik in Mecklenburg-Vorpommern: Für den Impfstoff von Astrazeneca gilt ab sofort keine Altersgrenze mehr und die Impfpriorisierung ist ausgesetzt. Ziel sei es, dass kein Impfstoff ungenutzt liegenbleibe, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) nach einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR).

„Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers ist für alle Altersklassen unabhängig von der Priorität ab sofort freigegeben“, teilte Glawe danach am Mittwoch mit.

Hintergrund sind nach Aussage des Politikers die bestehenden Vorbehalte gegen den Impfstoff: „Die Freigabe ist ein Angebot, dass diejenigen, die keine oder wenige Vorbehalte gegen den Impfstoff haben, die Möglichkeit nutzen können, sich gegen das Coronavirus auch impfen zu lassen“, wird der Minister in dem Beitrag zitiert.

Auch Sachsen hebt Impfpriorisierung für Astrazeneca auf

Auch in Sachsen können sich ab sofort alle Bürger zumindest in Arztpraxen mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) bereits am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden mitteilte, ist damit die Impfpriorisierung für diesen Impfstoff komplett aufgehoben.

Es gibt allerdings Bedingungen: Die Impfung darf in den am Impfprogramm beteiligten Praxen nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige Bürger müssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht.

Bayern: Astrazeneca ohne Priorisierung in den Arztpraxen

Auch Bayern hat den Impfstoff von Astrazeneca in Arztpraxen für alle Altersgruppen freigegeben. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) teilte am Mittwochabend in München mit: „Die Priorisierung bei Astrazeneca ist ab sofort aufgehoben, der Impfstoff kann in den Arztpraxen auch Personen unter 60 Jahren angeboten werden.“ Zuvor hatten bereits Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen die gleiche Entscheidung getroffen.

Der Minister sagte weiter: „Die Ärzte kennen ihre Patienten gut und wissen, wem sie aus dem Kreis der unter 60-Jährigen unter Berücksichtigung der Vorgaben der Ständigen Impfkommission ein Impfangebot mit diesem Wirkstoff machen können – und beraten hierzu ausführlich.“ Dieses besondere Vertrauensverhältnis solle genutzt werden, „denn jede Dosis Impfstoff muss möglichst rasch verimpft werden“, betonte Holetschek.