Der frühere russische Präsident Dimitrij Medwedew hat die Nato vor einem Beitritt Schwedens und Finnlands in das Militärbündnis gewarnt. Wie der Spiegel berichtete, seien die beiden Länder Medwedew zufolge nun „offiziell Gegner Russlands“. Russland müsse seine Verteidigungspolitik stärken, so der jetzige Vizesekretär des russischen Sicherheitsrates. „Da kann es keine Gespräche mehr über ein atomwaffenfreies Baltikum geben“, so Medwedew.

Angesichts des Krieges in der Ukraine will Finnland der Nato beitreten. Eine Entscheidung wird im kommenden Monat erwartet, womöglich schon zum 1. Mai. Schwedens Ministerpräsidentin Magdalena Andersson sagte, dass Schweden eine „mögliche Nato-Mitgliedschaft analysieren und keine voreiligen Entscheidungen treffen“ werde. Sollte Finnland die Nato-Mitgliedschaft beantragen, müsse sich das Land auf umfassende Versuche der Einflussnahme sowie Risiken vorbereiten, die schwer vorherzusehen seien, hieß es in einer sicherheitspolitischen Analyse der finnischen Regierung.

Bedeutendste Auswirkung einer möglichen Nato-Mitgliedschaft Finnlands wäre, dass das Land unter die sogenannte kollektive Verteidigung fallen würde. Ein möglicher Beitritt würde das Nato-Gebiet erheblich erweitern und die Landgrenze des Bündnisses zu Russland verdoppeln.