Medwedews irre Prognosen für 2023 – Elon Musk findet sie „epic“

Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew hat eine Liste mit Vorhersagen für das Jahr 2023 veröffentlicht – und sagt den Untergang des Westens voraus.

Enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin: Dmitri Medwedew
Enger Vertrauter von Kremlchef Wladimir Putin: Dmitri MedwedewPool Sputnik via AP/Yekaterina Shtukina

Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew liebt bekanntlich Provokationen. Am Montagabend veröffentlichte der russische Politiker eine Liste mit eigenen „Hypothesen“ darüber, was im neuen Jahr passieren könnte.

„Vor einem neuen Jahr macht jeder gerne Vorhersagen, viele üben sich in futuristischen Hypothesen“, schrieb der russische Politiker, der als enger Vertrauter Wladimir Putins gilt und derzeit stellvertretender Leiter des Sicherheitsrates der Russischen Föderation ist.

Rund um Silvester würden viele darum wetteifern, die wildeste und absurdeste Prognose zu treffen: „Wir wollen auch unseren Teil in diesem Wettkampf beitragen“, twitterte Medwedew – und deutete an, dass das Ganze möglicherweise nicht hundertprozentig ernst zu nehmen sei.

Die Liste mit den zehn Prognosen hat es jedenfalls in sich. Düstere Zeiten sieht Medwedew für Europa kommen: Großbritannien werde nach dem Brexit wieder der EU beitreten, diese werde jedoch deswegen kollabieren; der Euro als europäische Währung wird am Ende sein.

Medwedew schreibt auch über die Entstehung eines „Vierten Reichs“ beziehungsweise eines neuen deutschen Reichs, das sich aus den umliegenden Ländern Deutschlands zusammensetzt und schließlich in einen Krieg mit Frankreich eintreten wird. „Europa wird sich spalten, Polen dabei neu aufgeteilt“, so der russische Ex-Präsident.

Auch für die USA sind die Aussichten laut Medwedews Liste alles andere als beruhigend: Ein amerikanischer „Bürgerkrieg“ werde zur Abspaltung von Kalifornien und Texas führen, die zu „unabhängigen Staaten“ werden. Infolge des Bürgerkrieges würde außerdem Tesla-Gründer und Twitter-Chef Elon Musk dann bei den Präsidentschaftswahlen „in einigen der Staaten, die nach dem Bürgerkrieg den Republikanern zugeteilt wurden“, einen anschließenden Sieg erringen und damit voraussichtlich US-Präsident werden, so Medwedew weiter.

Medwedew beendet seine Vorhersagen mit Spekulationen über die „Verlagerung aller wichtigen Aktienmärkte und Finanzaktivitäten von den USA und Europa nach Asien“ und fügt hinzu, dass der Euro und der Dollar als „Weltreservewährungen“ abgelehnt würden, was zur „Rückkehr des Goldstandards“ führen werde.

Experten: Provokation und Ausdruck von antiwestlichen Ressentiments

„Frohe Festtage, liebe angelsächsische Freunde und deren fröhlich grunzende Ferkel“, schreibt er am Ende seines Beitrags, der für viele Reaktionen sorgte, insbesondere für eine – die von Elon Musk, der antwortete: „Epic thread!“

Ob der Twitter-Chef seine Antwort ironisch meinte? Das scheinen viele Twitter-User nicht so gesehen zu haben und kritisierten Musk dafür, dass er die irren Ansichten Medwedews angeblich bejubelte: „Sind Sie ein russischer Propagandist?“, fragte eine Userin.

Später sah sich der Twitter-Chef dazu gezwungen, zu ergänzen: „Das sind definitiv die absurdesten Vorhersagen, die ich je gehört habe, und sie zeugen auch von einem erstaunlichen Mangel an Bewusstsein für die Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz und nachhaltigen Energie.“

Auch wenn die Neujahrs-Prognosen des ehemaligen russischen Präsidenten als klare Provokation einzuordnen sind, erinnern Experten daran, dass solche Ansichten zumindest teilweise als Wunschvorstellung und Ausdruck von antiwestlichen Ressentiments gewertet werden könnten: „Medwedew hat sich während der gesamten zehn Monate des Krieges als extremistische, ja sogar verstörte Stimme positioniert“, sagt etwa die Politikwissenschaftlerin Maria Popowa: „Er spricht regelmäßig haarsträubende Drohungen aus, mit dem Ziel, den Westen zu verunsichern und zu erschrecken, damit er seine Unterstützung für die Ukraine einstellt.“