Berlin und Brandenburg gehören am Sonntag zu den heißesten Regionen Europas. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) war Cottbus am Sonntagnachmittag mit 39,2 Grad der heißeste Ort Deutschlands. Der DWD machte am Sonnabend und Sonntag mit einer amtlichen Hitzewarnung für Berlin und Teile Brandenburgs auf die außergewöhnliche Wärmebelastung aufmerksam.

In Brandenburg ist es damit wärmer als in einigen südlichen Ländern Europas: Madrid meldete um 15 Uhr mildere 25 Grad. In Rom wurden 30 Grad gemessen, und in Istanbul sind es 27 Grad. Im nordafrikanischen Rabat wurden 24 Grad gemessen. Auch in Berlin sind die Temperaturen am Wochenende auf in diesem Jahr bisher unerreichte Werte von weit über 30 Grad geklettert.

In Frankreich ist es dagegen noch heißer als hier: Am Wochenende fielen mehrere Temperaturrekorde, der Spitzenwert lag bei 42,9 Grad in Biarritz.

Waldbrand in Brandenburg: 200 Hektar in Flammen, Dörfer evakuiert

Wegen der Hitze und der anhaltenden Trockenheit ist in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) ein riesiger Waldbrand ausgebrochen. Am Freitag brannten zunächst 60 Hektar Wald. Am Sonnabend konnte das Feuer etwas eingedämmt werden, durch die anhaltenden Winde wurden die Flammen jedoch wieder angefacht. Am Sonntag brannten 200 Hektar Wald. Drei Ortsteile mussten evakuiert werden. Betroffen waren die Ortsteile Frohnsdorf und Tiefenbrunnen sowie Klausdorf mit insgesamt 620 Menschen. Weil im Boden auf dem Gelände – ein ehemaliger Spreng- und Übungsplatz – Munition und Kampfmittel liegen, kommen die Feuerwehrleute nicht direkt an den Brand heran.

In Berlin kam es am Sonnabend zu zwei tödlichen Badeunfällen. Am Sonnabendabend war laut Feuerwehr ein 17-Jähriger am Weißen See im Bezirk Pankow als vermisst gemeldet worden. Die Rettungskräfte fanden den Teenager nach etwa 20-minütiger Suche in dem See und leiteten Wiederbelebungsmaßnahmen ein – einem Sprecher zufolge ohne Erfolg.

Etwa eineinhalb Stunden später wurde die Feuerwehr wegen eines vermissten 59-Jährigen zum Flughafensee im Ortsteil Tegel gerufen. Tauchern gelang es, den im Wasser treibenden Mann zu finden, die Wiederbelebungsmaßnahmen verliefen auch in diesem Fall erfolglos. Vermutlich trieb der Mann schon mehrere Stunden im Wasser und war – offenbar von anderen Badegästen unbemerkt – untergegangen. Wie es zu den beiden Badeunfällen kam, war zunächst unklar.

Hitze: Freibäder in Berlin überfüllt

Auf und in den Gewässern zwischen Berlin und Potsdam waren viele Boote, Stand-up-Paddler und Kajaks unterwegs, die Oberdecks von Ausflugsbooten gut gefüllt. Berlins Freibäder verzeichneten an beiden Tagen einen außergewöhnlichen Ansturm – die teils viele Meter langen Warteschlangen forderten oft Geduld und gute Nerven.

So bildeten sich beispielsweise vor dem Sommerbad am Insulaner einer dpa-Reporterin zufolge schon am frühen Sonntagmorgen erste Schlangen, die rasch anwuchsen. Am Einlass bemühten sich Sicherheitskräfte, den großen Andrang in geordneten Bahnen zu halten. Auch in anderen Bädern war die Zahl der Gäste weit überdurchschnittlich.

Sabine Gudath
Die Badestelle am Jungfernheidesee ist proppenvoll.

Die Berliner Bäderbetriebe hatten mit Blick auf das heiße Wochenende Badegäste gebeten, ihre Tickets im Onlineshop vorab zu buchen, was den Einlass garantiere. Der Server für den Onlineshop hielt der außergewöhnlich hohen Nachfrage nicht stand, wie Sprecher Matthias Oloew am Sonntag sagte. Allein am Sonnabend habe es etwa 260.000 Anfragen an den Shop gegeben. „Das ist ein Vielfaches dessen, was wir auch im langjährigen Mittel an Eintrittskarten für ein solches heißes Wochenende verkauft haben. Daher war mit diesem hohen Anfragedruck nicht zu rechnen“, so Oloew. Nach Problemen am Sonnabend ging der Shop am Sonntag den Angaben zufolge erneut in die Knie. Karten für die Freibäder seien zunächst nur an den Kassen der Bäder zu bekommen, sagte der Sprecher.

Wetter: Gewitter drohen am Sonntag, Montag deutlich kühler

Der Wettervorhersage nach sind am Sonntag in der zweiten Tageshälfte örtlich teils kräftige Gewitter mit Starkregen in Berlin und Brandenburg möglich, hieß es vom DWD. 20 Liter Starkregen pro Quadratmeter in kurzer Zeit, Sturmböen um 75 km/h (Windstärke 9) sowie Hagel seien nicht ausgeschlossen. Auch unwetterartige Entwicklungen mit Starkregenmengen von mehr als 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit und schweren Sturmböen (Windstärke 10) seien möglich. In der Nacht soll es merklich abkühlen. Der DWD rechnet mit Temperaturen zwischen 17 und 21 Grad in der Region. (mit dpa)