Mega-Wintersturm in den USA: Zeitweise Millionen Haushalte ohne Strom

In einigen Teilen der USA sind die Temperaturen mittlerweile auf bis zu minus 48 Grad Celsius gesunken. In mehreren Bundesstaaten wurde der Notstand verhängt.

Es ist bitterkalt: Ein Mega-Wintersturm zieht über die USA, hier ein Bild aus Indianapolis.
Es ist bitterkalt: Ein Mega-Wintersturm zieht über die USA, hier ein Bild aus Indianapolis.Imago/USA Today Network

Der über die USA ziehende Mega-Wintersturm macht immer mehr auch der Infrastruktur des Landes zu schaffen. Es seien fast 1,5 Millionen Haushalte zumindest zwischenzeitlich ohne Strom gewesen, teilten die Behörden mit. Unzählige Straßen waren am Vorabend von Weihnachten wegen massiven Schneefalls oder gefährlicher Glätte gesperrt, es gab zum Teil tödliche Unfälle. Millionen Bürger mussten ihre Reisepläne zum Fest absagen oder zumindest ändern.

Der US-Wetterdienst (NWS) sprach von einem „historischen“ Ereignis. Die Temperaturen seien inzwischen auf bis zu minus 48 Grad Celsius gestürzt. Auch die Größe der arktischen Kaltfront sei außergewöhnlich. Sie zog sich von der Grenze zu Kanada im Norden bis zur Grenze nach Mexiko im Süden.

In den östlichen zwei Dritteln des Landes werde zum Feiertagswochenende „gefährliche Kälte“ erwartet, warnte der NWS. Es würden sogenannte Whiteout-Bedingungen, also stark eingeschränkte Sicht und Orientierung durch den Schnee, herrschen. Reisen unter diesen Bedingungen seien „extrem gefährlich und zeitweise unmöglich“, hieß es. Bereits wenige Minuten in der Kälte könnten zu Erfrierungen führen, hieß es.

Feuerwehrleute bergen in Kansas City ein Auto, das in einen Fluss gestürzt ist.
Feuerwehrleute bergen in Kansas City ein Auto, das in einen Fluss gestürzt ist.AP/Nick Wagner/The Kansas City Star

Wintersturm: Notstand in mehreren Bundesstaaten verhängt

Mehrere Bundesstaaten verhängten den Notstand, darunter New York, Oklahoma und Kentucky. Von den Stromausfällen betroffen waren wiederum nach Angaben einer darauf spezialisierten Internetseite vor allem die Bundesstaaten North Carolina, Maine und Virginia. Am Freitagabend (Ortszeit) saßen noch rund eine Million Haushalte im Dunkeln.

Sicht: extrem eingeschränkt, Temperaturen: im Keller. Ein Fußgänger und wenige Autos sind in Buffalo im Bundesstaat New York unterwegs.
Sicht: extrem eingeschränkt, Temperaturen: im Keller. Ein Fußgänger und wenige Autos sind in Buffalo im Bundesstaat New York unterwegs.AP/Derek Gee/The Buffalo News

Die Zahl der Toten stieg in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) auf 17, wie der Sender NBC berichtete. Die Ursache seien in fast allen Fällen wetterbedingte Verkehrsunfälle, hieß es.

In Erie County, südlich der Großen Seen im Bundesstaat New York, waren die Rettungsdienste zeitweise überlastet. Marc Poloncarz, der Verantwortliche aus dem Bezirk, rief auf Twitter dazu auf, nur in den „kritischsten, lebensbedrohlichsten Fällen“ den Notruf zu wählen, um die Leitungen freizuhalten. Er rief die Einwohner dazu auf, trotz Strom- und Heizungsausfällen in ihren Häusern zu bleiben. Der Transport in Notunterkünfte sei derzeit nahezu unmöglich.

Warnung vor „Bombenzyklon“

Medien warnten unter Berufung auf Wetterexperten vor der möglichen Entstehung eines besonderen und schweren Sturms, eines sogenannten Bombenzyklons. In den Bundesstaaten Montana, South Dakota und Wyoming seien bereits Werte um minus 45 Grad Celsius gemessen worden. In Denver im Bundesstaat Colorado fielen die Temperaturen laut Meteorologen beim Durchzug der arktischen Kaltfront innerhalb von 24 Stunden um rund 40 Grad. „Dies ist nicht wie ein Schneetag aus Kinderzeiten“, warnte Präsident Joe Biden.

Aus Wettergründen wurden bis Freitagabend rund 5500 Flüge gestrichen, fast 9000 waren verspätet. Vor allem betroffen waren die Flughäfen von Seattle, New York, Chicago und Detroit. Die Flughäfen in Chicago und Detroit gehören zu den wichtigsten Drehkreuzen des Landes. Auf einem Video, das der TV-Sender Weather Channel auf seiner Webseite veröffentlichte, war zu sehen, wie eine ganze Armada von Schneepflügen versuchte, das Rollfeld des Chicago O’Hare International Airport freizuschaufeln.