Berlin - Auf den Intensivstationen der deutschen Krankenhäuser werden aktuell mehr als 3000 Corona-Patienten behandelt. Die Hälfte von ihnen (1557) muss invasiv beatmet werden, wie am Sonntag aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervorging. Von Samstag auf Sonntag stieg demnach die Zahl der mit Corona-Patienten belegten Intensivbetten um 93 auf 3034. Die Auslastung der Betten ist besonders hoch im Süden und Osten der Republik.

Einen Höchststand an auf den Intensivstationen behandelten Corona-Kranken hatte es Anfang Januar mit 5762 gegeben. Im Register erfasst waren am Sonntag 21.843 Intensivbetten, davon waren 19.160 belegt.

Intensivmediziner: Die meisten Covid-Intensivpatienten sind ungeimpft

„Uns rennt im Moment wirklich die Zeit davon“, sagte Intensivmediziner Christian Karagiannidis dem RBB. Der „allergrößte Teil“ der Covid-Intensivpatienten seien Ungeimpfte. Zunehmend gebe es hier aber auch doppelt Geimpfte, dies seien aber vielfach ältere Menschen sowie Patienten mit Medikamenten, die das Immunsystem dämpften.

Einem vertraulichen Bericht der Länder zufolge gibt es in Bayern und Baden-Württemberg bereits „täglich Verlegungen zwischen Krankenhäusern zum Ausgleich und zum Erhalt der Funktionsfähigkeit. „Im Norden gibt es noch Kapazitäten, im Süden sind sie praktisch aufgebraucht“, heißt es laut Funke-Zeitungen in dem Bericht der länderübergreifenden Steuerungsgruppe zur Patientenverteilung bei regionaler Überlastung. Die 16 Bundesländer sind in bundesweit fünf Kleeblätter genannte Gruppen eingeteilt, die sich zunächst gegenseitig helfen sollen. Ist ein ganzes Kleeblatt überlastet, wird deutschlandweit verteilt.

Nach RKI-Angaben vom Sonntag hat die Zahl der Corona-Infektionen die Marke von fünf Millionen überschritten. Die Sieben-Tages-Inzidenz je 100.000 Einwohner stieg auf den Rekordwert von 289. An der Spitze stand Sachsen mit 670,9. Thüringen wies am Sonntag einen Wert von über 500 auf, Bayern stand kurz vor dieser Marke. 97.672 Menschen sind im Zusammenhang mit Corona bisher verstorben.