In Russland können sich künftig  „alle Bürger arbeitsfähigen Alters“ – das heißt alle bis 65 Jahre – bei der russischen Armee zum Dienst auf Vertragsbasis melden. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, haben die russischen Parlamentarier am Mittwoch einem entsprechenden Gesetzentwurf zugestimmt.

Demnach gab es unter den 417 Abgeordneten keine Enthaltung und keine Gegenstimme. „Wir müssen die Sicherheit unseres Landes schützen, wir müssen schnell handeln“, sagt Andrei Krasow, ein Abgeordneter der russischen Regierungspartei „Einiges Russland“, am Rednerpult in der Staatsduma in Moskau.

Kommunist im russischen Parlament spricht vom „Krieg“

Bislang lag die Obergrenze bei 40 Jahren für russische Staatsbürger und bei 30 Jahren für ausländische. Offiziell begründet wurde das Vorhaben damit, dass Spezialisten benötigt würden, die die entsprechende Ausbildung erst im Alter von 40 bis 45 Jahren abgeschlossen hätten, heißt es. Dies betreffe laut Krasow, dem Mitinitiator des geänderten Gesetzes, insbesondere die medizinische Versorgung, aber auch die Reparatur von benötigter Technik.

In Zeiten des „Krieges“ müsse man komplexe Entscheidungen treffen, sagt dem Bericht zufolge ein Kommunist im Parlament. In Russland lautet die offizielle Bezeichnung für den Ukraine-Krieg „militärische Spezialoperation“. Der Abgeordnete soll auch von befreiten Territorien statt von „besetzten“ gesprochen haben.