Mehr Trabis und Wartburgs auf deutschen Straßen

Trabis und Wartburgs prägten das Bild auf den Straßen in der DDR. Nach der Wiedervereinigung sind sie weitgehend verschwunden, aber nie ganz. Es gibt sogar einen überraschenden Trend. 

Rund 50 Teilnehmer des 20. Internationalen Trabantfahrer-Treffens (ITT) fuhren bei einer Trabi-Live-Parade am Sonntag durch Zwickau. (Archiv)
Rund 50 Teilnehmer des 20. Internationalen Trabantfahrer-Treffens (ITT) fuhren bei einer Trabi-Live-Parade am Sonntag durch Zwickau. (Archiv)dpa/Kristin Schmidt

Auf Deutschlands Straßen rollen wieder mehr DDR-Autos vom Typ Trabant und Wartburg. Dem Kraftfahrtbundesamt zufolge steigt deren Zahl schon seit Jahren. Laut aktueller Statistik sind bundesweit 39.342 Exemplare des Kultautos aus Zwickau zugelassen. Mehr als 10.000 sind demnach allein in Sachsen unterwegs – so viele wie nirgendwo sonst in Deutschland. Platz zwei mit etwa 6300 Trabis belegt Brandenburg, gefolgt von Thüringen (5700).

Der erste Trabant war am 7. November 1957 vom Band des VEB Sachsenring Automobilwerke gelaufen. Bis zum Produktionsstopp 1991 wurden insgesamt gut drei Millionen Stück produziert. 2010 zählte das Kraftfahrtbundesamt deutschlandweit noch etwa 34.800 zugelassene Trabis, die Liebhaber auch „Rennpappe“ nennen.

Ein Grund für die Beliebtheit sei, dass sich viele mit dem Auto an ihre Vergangenheit erinnert fühlten, sagte der Vorsitzende des Trabant-Clubs Zwickau, Thomas Winkelmann. „Das Auto hat heute einen ganz anderen Wert als noch vor 20 Jahren und ist nun im Bereich des Oldtimers angekommen.“ Ersatzteile seien noch erhältlich, sagte Winkelmann. „Die gängigen Verschleißteile werden noch gefertigt.“

Auch der einst in Eisenach produzierte Wartburg ist noch gelegentlich im Straßenbild zu sehen. Laut aktuellen Zahlen sind 8726 einstige DDR-Mittelklassewagen zugelassen, die meisten davon in Sachsen (2058). Die Statistik von 2010 wies noch 7700 Fahrzeuge aus.

1955 wurde im Automobilwerk Eisenach der erste Wartburg unter der Bezeichnung 311 gebaut. Insgesamt liefen etwa 1,2 Millionen Fahrzeuge dieser Marke vom Band. Die Produktion wurde 1991 stillgelegt.

Doch nicht nur Autos aus der DDR-Zeit sind beliebt. Vor allem im Osten Deutschlands sind noch viele Simson-Mopeds unterwegs. Laut Kraftfahrtbundesamt sind mehr als 20.500 dieser Zweiräder zugelassen. Sie wurden einst in der südthüringischen Stadt Suhl gebaut. Dagegen gehören die DDR-Linienbusse vom Typ Ikarus zu den Raritäten: Nur mehr rund 30 haben offiziell die Erlaubnis, im Straßenverkehr zu fahren.