Potsdam - Die steigende Zahl der Elektrofahrräder in Brandenburg hat zu vermehrten Verkehrsunfällen geführt. Von Januar bis September dieses Jahres registrierte die Polizei 232 Unfälle, an denen Fahrräder mit Elektromotor beteiligt waren. Das waren 49 Karambolagen mehr als im gesamten Vorjahr, wie das Verkehrsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der SPD-Landtagsfraktion mitteilte. 2019 und in diesem Jahr bis September gab es jeweils fünf Verkehrstote.

Die Statistik unterscheidet bei den E-Bikes zwischen Unfällen von Pedelecs, die eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde erreichen und von Speed-Pedelecs. Die S-Pedelecs erreichen Tempo 40 und dürfen nur mit einem Kfz-Kennzeichen unterwegs sein. Die Fahrer müssen einen Schutzhelm tragen.

In diesem Jahr ereigneten sich bis September 228 Unfälle mit Pedelecs, bei denen 210 Menschen verletzt wurden. Bei allen vier Unfällen mit S-Pedelecs gab es Verletzte. Für das vergangene Jahr weist die Statistik 160 Verletzte bei 175 Unfällen mit Pedelecs aus. Bei den acht Crashs mit S-Pedelecs wurden sechs Verletzte registriert. Die meisten Unfälle ereigneten sich wegen Missachtung der Vorfahrtsregeln und beim Abbiegen.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, lässt das Land Brandenburg derzeit flächendeckend Möglichkeiten für Radschnellverbindungen ermitteln. Dazu werde eine Analyse erstellt, die im zweiten Quartal 2021 fertiggestellt werden soll.