Berlin - In der Hauptstadt sind in diesem Jahr acht Weltkriegsblindgänger unschädlich gemacht worden. Zwei der Bomben wurden gesprengt, die restlichen sechs wurden entschärft, wie die Berliner Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (Stand: 10. Dezember 2020) mitteilte. Demnach wurde in der Statistik Munition mit einem Gewicht ab 50 Kilogramm erfasst. Im Jahr 2019 wurden laut Polizei sechs Blindgänger unschädlich gemacht, im Jahr davor waren es drei.

Am 14. November mussten wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe Tausende Menschen in Kreuzberg für mehr als zehn Stunden ihre Wohnungen verlassen. Der Blindgänger war bei Bauarbeiten auf dem Hof des Patentamtes zwischen der Gitschiner Straße und der Neuenburger Straße gefunden worden. Der Sperrkreis rund um den Fundort hatte einen Radius von 300 Metern.

Am 21. Januar wirbelte die Entschärfung einer 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe den Feierabend vieler Menschen rund um den Alexanderplatz durcheinander. Touristen standen vor dem geschlossenen Berliner Fernsehturm, der Regierende Bürgermeister musste das Rathaus schließen und Familien hockten nachts in Notunterkünften statt in ihrer Wohnung. Die Fliegerbombe war bei Bauarbeiten nahe dem Alten Stadthaus hinter dem Roten Rathaus gefunden worden. Sie wurde in der Nacht entschärft.

Im Boden der Hauptstadt werden noch immer etwa 4600 Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet. Allein im Müggelsee werden Schätzungen zufolge 110 Tonnen Munition vermutet. Dazu gehören auch Waffen, die nach Kriegsende dort entsorgt wurden.