Mehrere Briefbomben in Spanien: Auch US-Botschaft betroffen

Eine Briefbombenserie erschüttert Spanien. Noch ist nicht bekannt, wer dahintersteckt. Ein Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine ist nicht ausgeschlossen. 

Polizisten und Feuerwehrleute stehen vor der US-Botschaft in Madrid, wo eine Briefbombe eingegangen ist.
Polizisten und Feuerwehrleute stehen vor der US-Botschaft in Madrid, wo eine Briefbombe eingegangen ist.dpa/EUROPA PRESS/Eduardo Parra

Nach der Explosion einer Briefbombe in der Botschaft der Ukraine in Madrid mit einem Leichtverletzten am Mittwoch hat auch die spanische Regierung den Erhalt einer gefährlichen Sendung bekannt gegeben.

Eine Briefbombe, die an Ministerpräsident Pedro Sánchez gerichtet war, sei bereits am 24. November eingegangen und unschädlich gemacht worden, teilte das Innenministerium mit. Zudem seien drei weitere ähnliche Sendungen bei anderen Empfängern abgefangen worden.

Sechs Briefbomben in Spanien in den letzten Tagen

Auch in der US-Botschaft in Madrid sei eine verdächtige Sendung am Donnerstag von spanischen Sprengstoffexperten kontrolliert zur Explosion gebracht worden, berichteten Medien unter Berufung auf die spanische Nationalpolizei. Die US-Botschaft und die spanischen Sicherheitsbehörden hätten das Anti-Terror-Protokoll aktiviert. Der Bereich um die Botschaft im Madrider Nobelviertel Salamanca sei am Nachmittag abgesperrt worden, hieß es.

Die Zahl der in den vergangenen Tagen in Spanien entdeckten Briefbomben steigt nun auf sechs. Zunächst sei am späten Mittwochabend bei dem Waffenproduzenten Instalaza in Saragossa eine Briefbombe eingegangen und von der Polizei unschädlich gemacht worden, teilte der Staatssekretär für Sicherheit, Rafael Pérez, bei einer Pressekonferenz in Madrid mit. Das Unternehmen produziert Kriegswaffen, die Spanien an die Ukraine geliefert hat.

Eine weitere verdächtige Sendung sei am frühen Donnerstagmorgen in der Luftwaffenbasis Torrejón bei Madrid abgefangen worden. Von dort aus starten Militärmaschinen mit Nachschub für die Ukraine. Dieses Paket werde zurzeit von der Polizei untersucht. „Im Scanner war zu sehen, dass sich darin ein verdächtiger Mechanismus befindet“, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums der Deutschen Presse-Agentur.

Behörden gehen von Zusammenhang mit Ukraine-Krieg aus

Ebenfalls am Donnerstagmorgen sei eine fünfte Briefbombe beim Verteidigungsministerium eingegangen, die an Verteidigungsministerin Margarita Robles adressiert gewesen, sagte Pérez. Auch diese Sendung sei neutralisiert worden.

Die spanischen Behörden schlossen Medienberichten zufolge nicht aus, dass die ersten fünf Sendungen mit der Unterstützung Spaniens für die Ukraine im Kampf gegen den russischen Angriffskrieg im Zusammenhang stehen könnten. Die Ermittlungen gehen von terroristischen Anschlägen aus. Der ukrainische Botschafter Serhij Pohorelzew vermutete Russland hinter dem Anschlag auf die Botschaft.