Mehrere Dutzend Teilnehmer einer Demonstration haben am Samstagnachmittag in Berlin-Neukölln gegen die Politik Israels demonstriert. Nach Angaben der Polizei waren deutlich weniger als die 200 angemeldeten Teilnehmer zum Hermannplatz gekommen.

Der Protest richtete sich nach Angaben der Veranstalter unter anderem gegen die „Vertreibung des palästinensischen Volkes 1948 durch die israelische Besatzung“ und gegen den Tod einer Journalistin bei Auseinandersetzungen. Sie war am 11. Mai während eines israelischen Militäreinsatzes im besetzten Westjordanland durch Schüsse getötet worden.

Nach Angaben eines dpa-Reporters wurden auf dem Hermannplatz Handzettel mit einem Foto der Journalistin verteilt. Ein Sprecher machte Israel für ihren Tod verantwortlich und sagte, sie sei gezielt erschossen worden. Anfangs seien deutlich mehr Polizisten als Demonstranten am Hermannplatz zu sehen gewesen.

Nach Angaben der Polizei waren rund 150 Einsatzkräfte vor Ort, die Zahl der Demonstranten schätzte sie auf etwa 70. „Wir waren auch auf den Fall eingestellt, dass deutlich mehr kommen würden als die angemeldeten 200“, sagte eine Polizei-Sprecherin am späten Samstagnachmittag. Bis dahin hatte es bei der Demonstration keine Zwischenfälle gegeben, auch keine antisemitischen Äußerungen.

Mehrere in Kreuzberg, Neukölln und Mitte geplante Palästinenser-Demonstrationen waren eine Woche zuvor wegen möglicher Gewaltausbrüche und antisemitischer Parolen verboten worden.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wie zuvor das Verwaltungsgericht Berlin waren der Auffassung, das Verbot der Berliner Polizei sei rechtmäßig. Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass diejgenigen, die deshalb nicht demonstrieren konnten, an diesem Wochenende zum Hermannplatz kommen würden, sagte die Polizei-Sprecherin. Die Demonstration war bis 20 Uhr angemeldet.