Mehrere Hundert Menschen sind in Berlin bei einem Ostermarsch der Friedensbewegung auf die Straße gegangen. Am Oranienplatz protestierten sie für Frieden und Abrüstung. Auf Plakaten stand etwa „Stoppt den Rüstungswahn“ und „Keine Waffen!!! Keine Kriege!!!“. Auf einem Autodach war eine große Friedenstaube montiert. Es seien rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmittag.

Parallel dazu fand angesichts des Kriegs in der Ukraine eine alternative Demonstration statt. Am Bebelplatz wollten ukrainische Organisationen und ihre Unterstützer gegen den russischen Angriff auf das Land demonstrieren. Nach Angaben der Polizei versammelten sich dort am Samstagmittag rund 100 Menschen.

In einem Aufruf wurde die Aktion als „alternativer Ostermarsch“ bezeichnet. Darin wurde kritisiert, der Aufruf der Friedensbewegung zum traditionellen Ostermarsch erwähne mit keinem Wort die russische Aggression und das Recht auf Selbstverteidigung. Am Bebelplatz wurden etwa ukrainische und syrische Fahnen gezeigt.

In mehreren deutschen Städten sind am Samstag Ostermärsche geplant. Über einige Forderungen der Friedensbewegung, die sich traditionell etwa für Abrüstung einsetzt, hatte es diesmal Diskussionen gegeben. Das Motto „Frieden schaffen ohne Waffen“ sei aktuell eine Arroganz gegenüber den Menschen in der Ukraine, sagte der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) dem Bayerischen Rundfunk. „Pazifismus auf Kosten anderer ist zynisch.“