Washington - Mehrere Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump haben nach den Ausschreitungen von dessen Anhängern in der Hauptstadt des Landes ihren Abgang angekündigt. Der US-Sondergesandte für Nordirland und ehemalige Stabschef des Weißen Hauses, Mick Mulvaney, sagte dem Sender CNBC: „Ich kann hier nicht bleiben, nicht nach gestern.“ Er habe Außenminister Mike Pompeo über seine Kündigung informiert. Zuvor hatten bereits der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater Matt Pottinger und die Sprecherin der First Lady Melania Trump, Stephanie Grisham, gekündigt.

„Diejenigen, die bleiben, und ich habe mit einigen gesprochen, tun dies nur, weil sie fürchten, dass der Präsident jemand Schlimmeren an ihre Stelle setzen könnte“, sagte Mulvaney. Der Sondergesandte war selbst von Trump als Stabschef abgesetzt worden, weil er im Oktober eingeräumt hatte, dass auf Anweisung des Präsidenten Militärhilfen für die Ukraine eingefroren worden seien. Der TV-Sender CNN berichtete zudem, mehrere weitere hochrangige Berater Trumps würden über einen Rücktritt nachdenken. Sicherheitsberater Robert O’Brien bestätigte Pottingers Kündigung auf Twitter, ohne Gründe zu nennen.

Trump verurteilte die Ausschreitungen von Mittwoch bisher nicht. Darüber hinaus wurde Medienberichten zufolge Marc Short, dem Stabschef von Vizepräsident Mike Pence, der Zutritt zum Weißen Haus am Donnerstag verwehrt. Dabei soll es sich demnach um eine Art Racheakt gehandelt haben, weil Pence sich Trumps Wunsch widersetzt und den Wahlsieg von Joe Biden im Kongress offiziell anerkannt hatte.