Leere Tische in einem Biergarten.
Foto: dpa/Sven Hoppe

BerlinRestaurants, Cafés und Hotels sind inzwischen zwar wieder geöffnet, doch zahlreiche Betreiber bangen wegen der Corona-Krise weiter um ihre Existenz. Etwa 60 Prozent der Betreiber von Gaststätten und Hotels in Deutschland kämpfen ums Überleben. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga unter 7200 Gastronomen und Hoteliers. 

59,6 Prozent der Betriebe gaben an, dass sie die Corona-Krise inzwischen als Existenzbedrohung ansehen. Für den Zeitraum Januar bis Juli nannten die Befragten im Durchschnitt einen Umsatzverlust von 60,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Besonders dramatisch fiel das Minus mit 86,8 Prozent im April aus. Bezogen auf das Gesamtjahr rechnen die Betriebe mit einem Umsatzrückgang im Schnitt von mindestens 51 Prozent. Ein Grund für die Umsatzverluste sind auch die coronabedingten Vorschriften. Aufgrund der Abstandsgebote ist die Kapazität der Betriebe um durchschnittlich 42 Prozent eingeschränkt.

„Die Angst vor dem Winter ist groß“

Zugleich sei das aktuelle Bild in der Branche „sehr heterogen“, erklärte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Während die Restaurants und Hotels in den Urlaubsregionen Zuversicht schöpfen, ist die Lage der Betriebe in vielen Städten weiter katastrophal.“ Touristen aus dem Ausland und vor allem Geschäftsreisende fehlten. Messen, Kongresse und Tagungen fänden immer noch nicht statt. Sämtliche damit verbundene Hotel- und Gastronomieumsätze fielen aus. Das sei fatal insbesondere für Businesshotels und Eventcaterer.

Besonders dramatisch stelle sich auch die Lage bei den Diskotheken und Clubs dar, für die es immer noch keine Öffnungsperspektive gebe, erklärte Zöllick. „Die Verzweiflung der Unternehmer wächst von Tag zu Tag. Die Betriebe wissen nicht, wie sie durch die Krise kommen können und befürchten ein massives Disco- und Clubsterben.“

Um eine „Pleitewelle ungeahnten Ausmaßes zu verhindern“, forderte der Verband eine Verlängerung der Kurzarbeitergeld-Regelung, die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung mit Einbeziehung der Getränke, eine Verlängerung der Überbrückungshilfen sowie eine gesetzliche Regelung zur coronabedingten Pachtminderung. „Denn die Krise ist noch längst nicht vorbei“, erklärte Zöllick. „Die Angst vor dem Winter ist groß.“