BerlinAuf Basis einer Befragung zu Covid-19 im Juni und Juli zeigt sich, dass sich 70 Prozent der Deutschen freiwillig gegen das Coronavirus impfen lassen würden, sofern ein Impfstoff ohne nennenswerte Nebenwirkungen verfügbar wäre. Rund die Hälfte wäre für die Einführung einer Impfpflicht. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Die Studie ist auch der Frage nachgegangen, warum sich Befragte für oder gegen eine Impfpflicht aussprechen. 

Unter denen, die sich gegen eine Impfpflicht aussprechen, denken die Impfgegner zu 56 Prozent, dass sich ihre Mitmenschen hinreichend häufig impfen lassen würden, sodass eine Impfpflicht offenbar nicht erforderlich ist.

Die Einschätzung der Impfbereitschaft ihrer Mitmenschen spiegelt sich in der Einschätzung der Gefährlichkeit des Virus. Es zeigt sich, dass Impfgegner zu rund 50 Prozent und die Impfpflichtgegner zu 30 Prozent denken, dass die Gefährlichkeit des neuartigen Coronavirus von den meisten Menschen überschätzt wird. 

Wenige Impfgegner haben einen Hochschulabschluss

Die Studie umfasst auch soziodemografische Merkmale. Impfgegner sind zu fast 60 Prozent weiblich und im Durchschnitt 48 Jahre alt, zwölf Prozent haben einen Hochschulabschluss und ihr monatliches Haushaltsnettoeinkommen 2019 belief sich im Durchschnitt auf knapp 2800 Euro. Rund 27 Prozent haben Kinder unter 16 Jahren und rund 17 Prozent leben in den östlichen Bundesländern.

Die Gruppe der Impfpflichtgegner ist männlich dominiert und ihre Mitglieder haben häufiger einen Hochschulabschluss. Impfbefürworter sind im Vergleich zu den Impfgegnern häufiger männlich und älter und verfügen häufiger über einen Hochschulabschluss. Vor allem ältere Befragte teilen sich in die Gruppen auf, die sich für eine Impfpflicht aussprechen und Personen mit Hochschulbildung in die Gruppen derer, die sich freiwillig impfen lassen würden.