Hunderte Migranten stürmen Zaun zu spanischer Nordafrika-Exklave: Tote

Die Migranten wollen in die EU. Laut spanischer Polizei brachen sie ein Tor in der Grenzanlage auf. Im Gedränge kam es zu fünf Todesfällen und über 200 Verletzten.

Die Landgrenze zwischen Spanien und Marokko zu Ceuta und Melilla.
Die Landgrenze zwischen Spanien und Marokko zu Ceuta und Melilla.AP

Hunderte Migranten haben Medienberichten zufolge am Freitag den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Nordafrika-Exklave Melilla überwunden.

Sie hätten eines der Tore in der Grenzanlage aufgebrochen, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Polizei. Auf Videobildern im Internet war zu sehen, wie überwiegend junge Männer freudestrahlend, singend und tanzend durch die Straßen rannten. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums kamen dabei fünf Menschen im Gedränge oder durch Stürze vom Zaun ums Leben. 140 Sicherheitskräfte sowie 76 Migranten seien verletzt worden, hieß es weiter. Das Innenministerium warf den Migranten vor, Gewalt eingesetzt zu haben.

Am Vortag waren spanischen Medienberichten zufolge bereits 116 marokkanische Beamte verletzt worden, als sie etwa 500 Migranten von der Grenzanlage fernhalten wollten. Ein Polizist habe auf der Intensivstation eines Krankenhauses behandelt werden müssen.

Zehntausende Afrikaner wollen in die EU

Marokko war 1956 von Frankreich und Spanien unabhängig geworden. Dennoch hält Spanien dort weiterhin zwei Exklaven: Melilla und das 250 Kilometer weiter westlich gelegene Ceuta an der Meerenge von Gibraltar. Beide werden von Rabat beansprucht.

In der Nähe der beiden Gebiete warten oft Zehntausende Afrikaner vorwiegend aus Ländern südlich der Sahara auf eine Chance, in die EU zu gelangen. Meistens versuchen mehrere Hundert Menschen auf einmal, die Grenzbeamten zu überraschen und so über die Grenze zu kommen.