Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hat beim Bundespresseball am Freitag eine Rede gehalten. „Wenn ein Krieg lange dauert, droht die Aufmerksamkeit der Medien nachzulassen. Ich bitte Sie daher, verlieren sie nicht das Interesse an dem, was der Ukraine angetan wird. Sonst sterben die Menschen unbemerkt“, sagte Melnyk. „Und wenn Menschen unbemerkt sterben, dann stirbt auch die Wahrheit.“

Bei dem Ball in Berlin treten ukrainische Künstler auf und ukrainische Journalisten sprechen. Das Hotel Adlon leuchtet außen in Blau-Gelb. Die Gäste sollen am Abend in bar oder per Internetüberweisung Geld für die Organisation Reporter ohne Grenzen spenden, die Hilfsprojekte für Journalisten in der Ukraine und geflüchtete Journalisten startete und unabhängige Presse-Berichterstattung in Russland unterstützt.

Steinmeier, Baerbock und Scholz nicht beim Bundespresseball

Melnyk hatte kürzlich mitgeteilt, er hoffe, dass der Ball „einen gewaltigen Impuls von Empathie und Support für die Ukraine, das ukrainische Volk und ganz besonders für freie ukrainische Medien geben wird“. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) und Innenministerin Nancy Faeser (SPD) sagten ihre Teilnahme ab. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nimmt nicht teil. Er war erst am Freitag von einer Reise nach Japan zurückgekehrt. Der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, Mathis Feldhoff, bedauerte die Absagen.

Auf der Gästeliste stehen aber Arbeitsminister Hubertus Heil und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (beide SPD), zahlreiche Staatssekretäre, zwei Bundestags-Vizepräsidenten, Fraktions- und Parteivorsitzende und Bundestagsabgeordnete. Bekanntester Gast aus dem Showbusiness ist der Sänger Marius Müller-Westernhagen.

Im Herbst 2020 war der Ball wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. 2021 wurde er auf dieses Jahr verschoben. Der Eintritt für die 1800 eingeladenen Gäste aus Medien, Wirtschaft und Politik kostet mehrere Hundert Euro. (mit dpa)