Bei Grabungen am Schloss Senftenberg im Süden Brandenburgs sind menschliche Überreste entdeckt worden. „Ob es sich um Tote aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, müssen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergeben“, teilte der Landkreis Oberspreewald-Lausitz am Montagabend mit. Auf dem Gelände waren zuletzt auch mehrere historische Waffen gefunden worden.

Mit den archäologischen Grabungen sollen Bauarbeiten vorbereitet werden. Auf dem Schlossgelände und dem historischen Wall waren vergangene Woche Waffen und Munition gefunden worden - aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, aber auch Fundstücke vor 1900. Am Montag seien nun sterbliche Überreste von Menschen entdeckt worden.

Geschichten der Toten sollen rekonstruiert werden

„Die Funde der vergangenen Woche waren bereits unerwartet und überraschend“, wurde Museumsdirektor Stefan Heinz zitiert. Das Auffinden der Toten habe alle im Museum sehr getroffen und man hoffe nicht nur aus musealer Sicht, dass die Geschichten der Toten rekonstruiert werden können.

Laut Mitteilung wurde der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eingeschaltet. „Hier liegen Menschen, die nie ihren Familien zurückgegeben werden konnten. Wenn man bedenkt, wie lange sie mitten unter uns lagen, ist das sehr schmerzlich“, sagte Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) laut Mitteilung. Nun gehe es um einen würdevollen Umgang mit den Toten.