Berlin -  Deutschland steht wegen neuer Varianten des Coronavirus nach Einschätzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einer „neuen und besonderen Lage“. Auch die Ministerpräsidenten zeigten sich nach neuerlichen Beratungen von Bund und Ländern am Dienstag in Berlin besorgt. Für Europa ist derzeit vor allem die zuerst in Großbritannien entdeckte Mutation B.1.1.7 relevant. Sie droht die Pandemie nach Expertenansicht zu verschärfen, weil sie sich wohl noch leichter von Mensch zu Mensch überträgt und somit schneller ausbreitet. In Deutschland wurde die Mutation bisher zwar nur vereinzelt nachgewiesen. Die Dunkelziffer ist nach Expertenansicht aber wahrscheinlich hoch.

Bund und Länder beschlossen, den Eintrag solcher Mutationen aus dem Ausland möglichst stark einzudämmen. In Deutschland sollten sie durch verstärkte Sequenzierung entdeckt werden; dabei wird nach Gensequenzen gesucht. Das Bundesgesundheitsministerium werde dafür eine Verordnung erlassen. Die Ausbreitung soll durch priorisierte Nachverfolgung und Quarantäne möglichst stark begrenzt werden.

Die Gefahren und Unsicherheiten durch die Mutationen sind laut Merkel als Grund dazugekommen, den Winterlockdown nun zu verschärfen. Daneben seien die Fallzahlen nach wie vor zu hoch und Klarheit über das Infektionsgeschehen nach den Feiertagen sei erst am 17. Januar zu gewinnen.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) forderte, alles zu tun, um eine Ausbreitung der Mutation zu vermeiden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte, es sei Vorsicht geboten. Es könne sein, dass sich mutierte Viren durchsetzten. „Es kommt eben noch eine neue Sorge dazu.“