Bundeskanzlerin Angela Merkel
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Berlin Bundeskanzlerin Kanzlerin Angela Merkel hat den von Deutschland und Frankreich angeschobenen Wiederaufbaufonds verteidigt. In ihrem ersten Interview seit Beginn der Corona-Pandemie sagte sie der Süddeutschen Zeitung und fünf weiteren europäischen Zeitungen, in einer solchen Krise müsse man das Notwendige tun, „und das Notwendige ist in diesem Fall etwas Außergewöhnliches.“

Mit seiner niedrigen Verschuldungsrate könne sich Deutschland eine höhere Verschuldung erlauben. Es liege im deutschen Interesse, dass der Binnenmarkt stark sei, Europa zusammenwachse und nicht auseinanderfalle. „Damit Europa bestehen kann, muss auch seine Wirtschaft bestehen“, sagte Merkel. „Was gut für Europa ist, war und ist gut für uns.“ Gleichzeitig mahnte die Kanzlerin, „nicht zu oft die Existenzfrage zu stellen, sondern unsere Arbeit zu tun“.

Der Wiederaufbaufonds könne nicht alle Probleme Europas lösen. Ihn nicht zu haben, würde aber alle Probleme verstärken, sagte Merkel. „Eine sehr hohe Arbeitslosigkeit in einem Land kann dort politische Sprengkraft entwickeln. Die Gefährdungen für die Demokratie wären dann größer“, warnte sie.