Berlin -  Bundeskanzlerin Angela Merkel will zur Eindämmung des anhaltenden Anstiegs der Corona-Infektionen vor allem auf Tests und Impfungen setzen. „Wir müssen sagen, dass diese dritte Welle für uns vielleicht die härteste ist“, sagte die CDU-Politikerin am Montag zur Eröffnung der digitalen Industrieschau Hannover Messe. Die Infektionszahlen seien aktuell viel zu hoch, die Auslastung der Intensivstationen nehme wieder zu. Um die Welle zu brechen, sei „die wichtigste Waffe, die wir haben, das Impfen“, betonte Merkel. „Und das Testen hilft uns, eine Brücke zu bauen, bis das Impfen wirkt.“

Die weitere Wirtschaftsentwicklung hänge entscheidend davon ab, inwieweit die Ansteckungen möglichst schnell unter Kontrolle gebracht werden können, erklärte die Kanzlerin. Sie forderte ein gemeinsames Vorgehen auf der Welt zur Pandemiebekämpfung. „Denn selbst eine schnelle Impfung unserer Bevölkerung ist noch keine Garantie dafür, dass sich weltweit nicht auch weitere Virusmutationen verbreiten, gegen die unsere Impfstoffe dann nicht mehr oder weniger gut wirken.“ 

Berlins Gesundheitssenatorin warnt vor hartem Frühling

Auch Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat mit Blick auf die Corona-Pandemie vor einem harten Frühling gewarnt. „Die Lage ist nach wie vor besorgniserregend“, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss. „Wir müssen die Kontakte auf ein Minium reduzieren. Es ist nicht die Zeit, sich in Gruppen zu treffen oder sich gegenseitig zu besuchen“, sagte Kalayci. „Wir hatten in Berlin in den letzten sieben Tagen 4300 Neuinfektionen.“

Allein am vergangenen Freitag habe die Zahl der Neuinfektionen bei 1019 gelegen –nachdem die 1000er-Marke erstmals Ende Oktober überschritten wurde. „Das ist ehrlich gesagt alles andere als beruhigend, wenn wir mehr als 1000 Neuinfizierte pro Tag haben“, sagte die Gesundheitssenatorin.

Britische Corona-Variante macht in Berlin 86 Prozent der Infektionen aus

Sorgen macht Kalayci auch der hohe Anteil der britischen Virusvariante in Berlin. Mittlerweile seien 11.329 entsprechende Fälle gemeldet worden. Mit 86 Prozent der Infektionen sei die deutlich gefährlichere Variante damit ganz klar dominierend. Eine Folge seien schwerere Krankheitsverläufe auch bei den Jüngeren.

Die Zahl der jüngeren Covid-Patienten in den Krankenhäusern habe insgesamt deutlich zugenommen. Als „wirklich besorgniserregend“ bezeichnete Kalayci außerdem den wachsenden Anteil positiver PCR-Tests. Die Rate ist nach Angaben der Gesundheitssenatorin in Berlin zuletzt auf 11,4 Prozent gestiegen. „Wir waren Mitte Februar bei 5,9 Prozent, das heißt, wir haben nahezu eine Verdoppelung.“