Berlin - Die ARD-Talksendung „Farbe bekennen“ mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Dienstagabend die stärkste Primetime-Sendung gewesen. 5,25 Millionen Menschen (15,6 Prozent) sollen schätzungsweise ab 20.15 Uhr das Erste eingeschaltet haben. Ein Schwerpunkt war das Thema Corona. In dem Interview bezog Merkel vor allem Stellung zum derzeitigen Impfdesaster. Fast untergegangen schien dabei eine Äußerung, die sie zum Thema freiwilliges Impfen machte. 

Das ARD-Interview mit Angela Merkel. 

Quelle: ARD/Youtube

In Bezug auf Menschen, die nicht geimpft werden wollen, machte die Kanzlerin deutlich, dass diese mit möglichen Konsequenzen zu rechnen haben. „Dann muss man vielleicht Unterschiede machen und sagen: Wer das nicht möchte, der kann bestimmte Dinge vielleicht nicht machen“, brachte Merkel mögliche Einschränkungen ins Spiel. Wie diese genau aussehen werden, sagte sie sie nicht. 

Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, ob Geimpfte Privilegien erhalten sollen. Kritiker sprechen dabei von einer Impfpflicht durch die Hintertür, während die Bundesregierung immer wieder bekräftigt, es werde keine Impfpflicht geben. So debattiert die EU derzeit über eine Einführung von Impfpässen. Nicht-Geimpfte würden somit in ihrer Reisefreiheit eingeschränkt. Außerdem könnte ihnen beispielsweise der Zugang zu bestimmten Orten oder Dienstleistungen verwehrt werden, so die Kritiker. 

Der Chef des internationalen Ticket-Service CTS Eventim kündigte zudem an, dass er den Besuch von Konzerten und vergleichbaren Veranstaltungen an eine vorherige Corona-Impfung koppeln will. „Wir haben unsere Systeme so eingerichtet, dass sie auch Impfausweise lesen können“, erklärte Klaus-Peter Schulenberg in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. 

Der Airlineverband IATA will zudem einen digitalen Reisepass einführen, der auch Daten über Corona-Test- oder Impfnachweise gespeichert hat. Das erklärte IATA-Chef Alexandre de Juniac Mitte Dezember in Genf. Ziel sei, dass Passagiere beim Einchecken sowie bei Pass- und Zollkontrolle nichts anfassen müssen. Um möglichen Ansteckungen vorzubeugen, sollen keine Dokumente oder Papiere zwischen Reisenden und Kontrolleuren mehr hin- und hergereicht werden müssen.