Merz hält längere Laufzeiten für Atomkraftwerke für sinnvoll

Deutschland müsse auf alles vorbereitet sein. Mit Atomstrom beispielsweise könnten zehn Millionen Haushalte zuverlässig versorgt werden, so der CDU-Chef.

CDU-Bundesvorsitzender Friedrich Merz spricht auf einem CDU-Landesparteitag (Archivfoto).
CDU-Bundesvorsitzender Friedrich Merz spricht auf einem CDU-Landesparteitag (Archivfoto).dpa/Jonas Walzberg

CDU-Chef Friedrich Merz hält angesichts drohender Energieversorgungsengpässe in Deutschland längere Laufzeiten für die drei verbliebenen Atomkraftwerke für sinnvoll. „Ich sage, wir sollten auf keine Option verzichten, weil wir gar nicht wissen, was uns im Laufe der nächsten Wochen und Monate möglicherweise noch an Einschränkungen in der Gaslieferung droht“, sagte er in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit dem Deutschlandfunk. Mit dem Atomstrom könnten zehn Millionen Haushalte zuverlässig versorgt werden.

Er halte es für sinnvoll, dass Brennstäbe bestellt werden und die verbleibenden Kernkraftwerke „auch für einen längeren Zeitraum noch in Betrieb genommen werden könnten“, sagte Merz weiter. „Ob man es dann tatsächlich braucht und macht, ist eine andere Frage.“

Wenn Frankreich 53 oder 56 Kernkraftwerke betreibe, „dann müsste Deutschland eigentlich in der Lage sein, drei Kernkraftwerke über den Jahreswechsel hinaus zu betreiben“, sagte der CDU-Chef. Die technischen und juristischen Fragen seien seines Erachtens lösbar.

Die verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland müssen nach geltendem Atomrecht spätestens Ende Dezember vom Netz gehen. Vor dem Hintergrund der reduzierten Gaslieferungen aus Russland und möglicher Engpässe bei der Versorgung bereitet die Regierung derzeit vor, mehr Kohle zu verstromen. Die Akw-Laufzeitverlängerung lehnen SPD und Grüne ab - aus der FDP dagegen kommt auch Zustimmung.