In der Diskussion um den Urlaub von Anne Spiegel (Grüne) kurz nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 fordert eine erste prominente Stimme den Rauswurf der Bundesfamilienministerin. Friedrich Merz (CDU) sagte am Samstagabend gegenüber Bild: „Es beweist sich erneut: Für Frau Spiegel waren Urlaub und das eigene Image wichtiger als das Schicksal der Menschen an der Ahr. Der Bundeskanzler muss sie entlassen.“

Spiegel war einem Medienbericht zufolge für vier Wochen in den Sommerurlaub gefahren – zehn Tage nach dem Jahrhundertereignis im Ahrtal. Dies bestätigte kürzlich das Landesumweltministerium in Mainz. Die Kritik an der damaligen rheinland-pfälzischen Umweltministerin wächst nun seit Wochen. Denn in ihrer Funktion als Ministerin war Spiegel auch für die Opfer und Flutfolgen verantwortlich.

Ihren Urlaub unterbrach sie für einen Tag und war während ihrer Abwesenheit „rund um die Uhr“ erreichbar, heißt es. Spiegels Erreichbarkeit in der Nacht der Flutkatastrophe ist strittig. Auch CDU-Generalsekretär Mario Czaja kritisiert das Verhalten Spiegels scharf. Dieses sei „unwürdig“. Spiegel sei eine „Fehlbesetzung“. „Es scheint unerheblich, ob sie im Urlaub ist oder nicht. Aktiv wird sie nie“, sagte Czaja weiter.

Spiegels frühere nordrhein-westfälische Amtskollegin, Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU), ist unterdessen am Donnerstag zurückgetreten. Grund war die Kritik an Heinen-Essers Urlaub auf Mallorca während der Aufräumarbeiten und ihr Umgang mit der Berichterstattung darüber.