Agent: Salman Rushdie hat Augenlicht wegen Attacke verloren

Das Attentat auf den Schriftsteller Salman Rushdie schockierte nicht nur die Literaturwelt. Nun berichtet sein Agent von den schweren körperlichen Folgen des Angriffs.

Der Autor Salman Rushdie bei einem Auftritt im Jahr 2017.
Der Autor Salman Rushdie bei einem Auftritt im Jahr 2017.AP/Grant Pollard

Der Schriftsteller Salman Rushdie, 75, hat infolge des Attentats vom 12. August ein Augenlicht verloren. Das verriet der Agent des Autors, Andrew Wylie, der spanischen Zeitung El País am Rande der Frankfurter Buchmesse. Der britisch-indische Schriftsteller könne zudem eine Hand nicht mehr bewegen, weil beim Messerangriff die Nerven durchtrennt worden seien.

Auf die Frage des Blattes, wie es Rushdie knapp zweieinhalb Monate nach der Attacke gehe, erklärte Wylie: „Die Wunden sind tief (...) Er erlitt drei schwere Wunden am Hals und weitere 15 an Rücken und Oberkörper. Es war ein brutaler Angriff.“

Wo sich Rushdie derzeit aufhält und ob er noch im Krankenhaus behandelt wird, wollte der Agent nicht sagen. „Ich kann keine Auskunft über seinen Aufenthaltsort geben. Aber ich kann sagen, dass er überleben wird. Und das ist das Wichtigste.“

Rushdie ist seit Jahrzehnten Feindbild islamischer Fundamentalisten

Rushdies neuer Roman „Victory City“ soll im April 2023 auf Deutsch erscheinen. „Der Roman spielt in Südindien im 14. Jahrhundert und erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens, das von einer Göttin auserwählt wird“, heißt es vom Penguin-Verlag.

Der Booker-Preisträger wurde am 12. August bei einer Veranstaltung in Chautauqua im US-Staat New York Opfer einer Messerattacke. Er musste sich einer Notoperation unterziehen und zeitweise künstlich beatmet werden. Der 24 Jahre alte Angreifer, Hadi M., wurde festgenommen. Er soll schiitischen Glaubens sein und sich über die Jahre radikalisiert haben. Er drückte Bewunderung für den ersten Religionsführer Irans, Ruhollah Chomeini (auch als Ayatollah bekannt), aus.

Rushdie wird seit Jahrzehnten von religiösen Fanatikern verfolgt. Mit dem 1988 erschienenen Roman „Die satanischen Verse“, der von indisch-muslimischen Immigranten in Großbritannien handelt, wurde der Autor zum Feind vieler fundamentalistischer Muslime. Irans oberster Führer Chomeini rief 1989 mittels einer Fatwa alle Muslime auf, Rushdie zu töten. Daraufhin setzten iranische Organisationen ein Kopfgeld auf ihn aus.