München - Nach einem Messerangriff in einem ICE von Passau nach Hamburg mit mindestens drei Schwerverletzten schließen die Ermittler ein islamistisches Motiv des mutmaßlichen Täters nun doch nicht aus. Das wurde der Berliner Zeitung bestätigt. „Die bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München hat die Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth übernommen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bislang hieß es, der 27- jährige Syrer, der am 6. November im ICE auf Fahrgäste eingestochen hatte, habe eine psychische Erkrankung. Er leide unter einer „paranoiden Schizophrenie“. Die Frage seiner Schuldfähigkeit stand im Raum. Nun aber werteten die Ermittler beschlagnahmte Datenträger aus und halten auch einen islamistischen Hintergrund für möglich. Indizien, die in diese Richtung deuteten, seien unter anderem Inhalte des Facebook-Accounts des Beschuldigten sowie bei ihm aufgefundene Propagandavideos der Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Der Mann ist in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.